Bericht
GRÜNE JUGEND am Internationalen Frauentag
Nürnberg "Sind Sie für Gleichberechtigung?
Diese Frage würde fast jeder ohne zu zögern mit "Ja" beantworten. Leider sieht es in den meisten deutschen Haushalten noch anders aus. Frauen sind noch immer in Führungspositionen unterrepräsentiert, arbeiten öfters in schlechter bezahlten Berufen und verdienen trotzdem im Schnitt 23% weniger als Männer für die gleiche Arbeit. Dafür arbeitet eine Frau durchschnittlich über vier Stunden täglich im Haushalt – ein Mann dagegen nur knapp zweieinhalb.
Zum Weltfrauentag, am 8.3., ist die GRÜNE JUGEND Nürnberg gegen diese Verhältnisse auf die Straße gegangen. Dazu wurde für die Frauen der Arbeitsplatz einer Führungskraft aufgebaut, und zukünftige Chefinnen konnten sich schon mal auf diesem Platz fotografieren lassen. “Mit unserer Aktion wollen wir junge Frauen dazu ermutigen, auch Führungspositionen anzustreben”, so Johanna Elter (Sprecherin der GJ Nürnberg). Doch Gleichberechtigung ist nicht nur Frauensache – auch Männer sind gefragt. Deshalb konnten sich die Väter von morgen am Wickeltisch der Grünen Jugend schon mal an einer Puppe üben – damit sie in der Elternzeit auch alles richtig machen. „Leider nehmen sich die wenigen Männer, die Elternzeit für sich beanspruchen, nur für zwei Monate frei. Das muss noch ausgebaut werden“, so Kasimir Buhr, Sprecher der GJ Nürnberg. Insgesamt hoffen wir, dass unsere und andere Aktionen zum Weltfrauentag die Menschen zum nachdenken gebracht haben und dass die guten Ansätze auch in die Tat umgesetzt werden.
Erlangen: "Baustelle Emanzipation"
Auch dieses Jahr macht die Grüne Jugend Erlangen am 8. März wieder
darauf aufmerksam, dass in Sachen Gleichstellung noch lange nicht alles
im Lot ist, im Gegenteil.
Und die schwarz-gelbe Regierung zeigt
bisher keinerlei Interesse daran wirklich etwas zu ändern.
Hierzu
werden in der Innenstadt „Baustellenschilder“ aufgehängt. Als kleine
Erklärung dient der untenstehende Text.
Ziel der Aktion ist es durch
das provokante Schild die Passanten zum Nachdenken zu bewegen.


Durch die Steuergeschenke, die das schwarz-gelbe
Klientel bedienen, werden die Kommunen finanziell so ausgeblutet, dass
sie notwendige Infrastruktur wie gute, bezahlbare und verlässliche
Kinderbetreuungsplätze in ausreichender Zahl, Beratungs- und
Anlauf-stellen für Frauen oder qualitativ hochwertige Ganztagesschulen
nicht bereitstellen können. Leidtragende sind neben den Kindern, denen
eine faire Chance auf Teilhabe von Anfang an verbaut wird, auch die
Frauen, denen die Betreuung und Erziehung zum allergrößten Teil
übertragen wird.
Somit wird ihnen die Chance auf
Erwerbsbeteiligung und eigenständige Absicherung genommen und ihr
Armutsrisiko erhöht. Die Steuergeschenke der schwarz-gelben Koalition
werden zu Lasten der sozial Schwächsten verteilt - die Schere geht
hier immer weiter auseinander.
Hinzu kommen Maßnahmen wie das
Betreuungsgeld, das Eltern einen Anreiz bietet, ihre Kinder nicht in
öffentlichen Einrichtungen betreuen zu lassen. Die Zeche hierfür zahlen
die Frauen - vor allem die, die ohnehin über wenig Einkommen verfügen.
Die Machart des Betreuungsgeldes hält insbesondere Frauen von einer
aktiven Arbeitsmarktteilnahme ab, und hält sie in Abhängigkeit von
PartnerInnen und/ oder Staat und fördert vor allem die Altersarmut.
Die
Grüne Jugend Erlangen setzt auf eine aktive Arbeitsmarkt- und
Sozialpolitik, die Frauen und Männern, auch wenn sie Kinder haben, eine
eigenständige Absicherung ermöglicht.
- Dafür brauchen wir einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr und ausreichende gute Angebote frühkindlicher Bildung.
- Wir kämpfen für die Einführung eigenständiger und bedarfsdeckender Regelsätze bei Hartz IV
- die Abschaffung der Anrechnung des Partnereinkommens beim Arbeitslosengeld 2 und die Abschaffung des Ehegattensplittings.
- Wir wollen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns (der auch und gerade Frauen zugutekommen wird)
zuerst erschienen auf: http://gruene-erlangen.de/gruene-jugend/
München "Ich will keine Rose, ich will eine Führungsposition"
Unter diesem Motto veranstaltete die Grüne Jugend München am Weltfrauentag, 08.03.2010 ihre Aktion: Anstatt roter Rosen, die konservative Politiker und Politikerinnen immer an diesem Tag verteilen, bekamen die Frauen von der Grünen Jugend München „Blackberrys“ in Form von Postkarten mit auf den Weg.
Auch konnten Sie an einem „Chefinnen-Schreibtisch“ Platz nehmen um schon mal auszuprobieren, wie sich das später anfühlt.
Denn immer noch sind nur 5% Frauen im Topmanagement
von Großunternehmen vertreten. Und immer noch verdienen Frauen 23%
weniger als Männer, damit liegt Deutschland sogar über dem
EU-Durchschnitt von 18 %! Frauen stellen 70% der
Niedriglohnbeschäftigten in Deutschland und obwohl mehr Frauen als
Männer studieren, gibt es nur 17% Professorinnen!
Diese ganzen
Zahlen sprechen eigentlich dafür jeden Tag solch eine Aktion zu machen,
damit es endlich in der Gesellschaft ankommt, dass die Hälfte der Macht
den Frauen gehört und es gleiche Chancen für alle geben muss.
Dass
es noch viel zu tun gibt, machten die viele Kommentare von PassantInnen
klar. Viele nahmen doch lieber die Rosen, die die SPD am Sendlinger Tor
verteilte. Jedoch haben wir auch viel Zuspruch bekommen und tolle
Diskussionen und Gespräche im eiskalten München geführt!

Artikel zuerst erschienen auf den Seiten der GJ München: http://tinyurl.com/yk25cya
von Katharina Schulze
Miesbach: "Sollen, Sollen, Sollen, Sollen - ach halts Maul - ich weiß selber wer ich bin und was ich will!"
So ertönte es laufend vom Band. Die GJ Miesbach hatte am Samstag vor dem Internationalen Frauentag einen Audio-Kurzclip erstellt, auf dem zunächst ein Mann die verschiedensten Forderungen an Frauen stellte: "Du sollst brav sein, du sollst Kinder haben, du sollst Karriere machen, du sollst anpassungsfähig sein, du sollst dich um die Kinder kümmern, du sollst sexy sein, du sollst dich gut kleiden..."uvm. Im Anschluss kam dann lauthals der obige Text von mehreren Frauen vom Band und es folgte ein Lied mit kämpferischen Inhalten.
Aber wir hatten ja nicht nur den Ear-Catcher, sondern auch noch Flyer dabei, die an die Vorbeilaufenden verteilt wurden. Neben Sprüchen von Frauen: "Frauentag? Heute? Davon merk ich bisher noch nix." oder "Ändern wird sich ja eh nichts!" waren wir insbesondere von der Aussage eines älteren Herren sehr schockiert, der auf die Frage:
GJ: "Wie finden Sie es denn, dass Frauen im Schnitt knapp ein Viertel weniger als Männer verdienen?"
Älterer Mann: "Das find ich gut"
GJ: "Finden Sie nicht, dass nach 100 Jahren Intenationalem Frauentag das ein ziemliches Armutszeugnis ist, dass die Unterschiede immernoch so groß sind?"
Älterer Mann: "Ob 100 oder 1000 Jahre, das ist mir egal, es wird auch noch mindestens 1000 Jahre dauern, bis sich da was ändert und das ist gut so."
Es bleibt wirklich noch viel zu tun im Oberland. Die Grüne Jugend Miesbach wird dafür kämpfen, dass die Gleichberechtigung endlich Wirklichkeit wird und Frauen endlich selbstbestimmt ihr Leben leben können, so wie sie es wollen!
von Stephan Clemens
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