Mit einem noch nie dagewesenen massiven Polizeiaufgebot möchte der bayerische Innenminister für Sicherheit und Wohlfühllaune im ach so menschenoffenen Bayern sorgen. Sage und Schreibe 40000 (in Worten vierzigtausend) PolizistInnen werden an den Austragungsorten Nürnberg und München Spalier stehen und die Welt in Bayern bei Freunden begrüßen. Ein uniformiertes „Willkommen in Bayern“ können und wollen wir uns nicht vorstellen.

Der eigene Bestand an SicherheitsbeamtInnen reicht für solch ausufernde Maßnahmen nicht aus. Darum sollen nach den Plänen des Ministeriums zur Erfüllung der Becksteinschen Pflicht PolizistInnen aus Österreich und England geordert werden; frei nach dem Motto „Multi-Kulti jetzt auch an jeder Straßensperre deiner Wahl“.

Die Grüne Jugend Bayern spricht sich auf das Schärfste gegen Becksteins paranoiden Sicherheitswahn aus. Auch, dass gerade die Anwesenheit iranischer Fußballfans als höchst bedrohlich eingestuft wird, sehen wir als äußerst besorgniserregend an. Mit gezielten Personen- und Taschenkontrollen wo nötig, sowie mit anwesenden BeamtInnen im gesunden Maße für die notwendige Sicherheit zu sorgen ist das eine. Aber Menschen aus bestimmten Teilen der Welt von vorne herein als Bedrohung für die innerstaatliche Sicherheit abzustempeln ist alles, nur nicht weltoffen. Bei großen Ereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft sind Sicherheitsvorkehrungen durchaus angebracht, doch darf hierbei die Verhältnismäßigkeit zwischen Sicherheitsbedürfnis und Menschlichkeit nicht vergessen werden. Eine gesundes Sicherheitskonzept fragt vor allem danach, was angemessen ist und was nicht. Herr Beckstein stellt sich diese Frage leider nicht und sollte er seine Pläne in die Tat umsetzen, empfiehlt die Grüne Jugend Bayern den Mannschaften und Fans kurzerhand in Stadien außerhalb Bayerns auszuweichen. Vielleicht fühlen sie sich dort eher „zu Gast bei Freunden“.