Wie verschiedenen Medien zu entnehmen ist, tappt seit wenigen Tagen zum ersten Mal seit 170 Jahren wieder ein Braunbär durch bayrische Gefilde. Das letzte Tier wurde damals in der Nähe von Ruhpolding erlegt. Leider zeigte sich der Bär in dieser Zeit nach einhelliger Meinung verschiedener Wildbiologen und Bärenexperten, darunter auch Fachleute des WWF, stark verhaltensauffällig, so dass eine Gefährdung von Menschen nicht weiter auszuschließen ist. In Folge dessen wurde von der Landesregierung beschlossen das Raubtier zum Abschuss frei zu geben.

Die Grüne Jugend Bayern schließt sich dem Statement des WWF an, dass die Entscheidung von Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) unter den gegebenen Umständen akzeptiert werden muss. Doch darf diese Option nur als letzte in Betracht kommen. Die Bemühungen, den Bären lebendig zu fangen müssen absolute Priorität genießen und sowohl von politischer, als auch von gesellschaftlicher Seite größtmögliche Unterstützung finden. Ferner kritisieren auch wir das Fehlen eines „Bären-Management-Plans“, wie es ihn in Österreich schon lange gibt. Der Braunbär wurde dort erfolgreich wieder angesiedelt. „Der bayerischen Landesregierung fehlt es an einer vorausschauenden Tier- und Umweltpolitik. Das kurzfristige Heranziehen Österreichischer Spezialisten reicht hier keineswegs aus“, so Sabine Ponath (Grüne Jugend Traunstein). Zudem kritisiert Matthias Fleischer, Sprecher des Landesverbandes der Grünen Jugend Bayern, die überstürzte Entscheidung: „Es ist erschreckend, dass der politische Aktionismus in Bayern nicht einmal vor dem sensiblen Thema des Artenschutzes halt macht. Auch wenn die Lage durchaus als ernst einzustufen ist, werden wir alles daran setzen, dass kurzsichtige Hetzkampagnen unterbunden werden. Aufklärungsarbeit hat für uns klaren Vorrang.“

Gerade seltene Tiere, wie der Braunbär bilden eine große Bereicherung für die bayerischen Wälder und Berge. Es sollte Aufgabe der Landesregierung sein, die BürgerInnen und die betroffenen LandwirtInnen im Speziellen darüber zu informieren und sie auf entsprechende Fälle vorzubereiten. Wir fordern einen umgehenden Erfahrungsaustausch der BayerInnen mit den ÖsterreicherInnen, damit Vorurteile entkräftet werden, so dass die Rückkehr des Braunbären nach Bayern nicht mit gesellschaftlichen Ängsten verbunden ist.

Bayern sei, laut WWF, durchaus geeignet als Lebensraum für Braunbären. Dieses Exemplar sei mit Sicherheit nicht das Letzte, das die deutschen Grenzen überquert hat. Wir müssen langristig wieder bereit für das große Raubtier sein. Wir sprechen uns ausdrücklich für größtmögliche Artenvielfalt aus.