Die Grüne Jugend Bayern hat heute ihr „Jugendwahlprogramm“ für die Landtagswahlen im Herbst vorgestellt, das unter dem Motto steht: „Bayern ist mehr als ein Bierzelt mit Internetanschluss. „Für uns stehen die Zukunftschancen junger Menschen und die individuellen Freiheitsrechte im Vordergrund“, erläuterte Julia Baßler, Landesvorstandssprecherin der Grünen Jugend.

„Das von der CSU zum Dogma erhobene dreigliedrige Schulsystem ist zu sehr auf Selektion ausgerichtet und wird den Bedürfnissen der einzelnen Schülerinnen und Schüler nicht gerecht,“ kritisierte Landesvorstandssprecher Christoph Wiedemann. „Wir setzen weder auf Auslese à la CSU noch auf Gleichmacherei à la SPD, sondern auf bestmögliche individuelle Förderung.“

Die Grüne Jugend nimmt sich deshalb den PISA-Sieger Finnland zum Vorbild und strebt langfristig eine „allgemeine und integrative Schule“ an. Mit dieser Forderung sorgt die Grüne Jugend auch parteiintern für Diskussionsstoff: Im Entwurf für das grüne Wahlprogramm ist bisher nur von einer „gemeinsamen sechsjährigen Schulzeit für alle“ die Rede.

Wirtschaftspolitisch will die Grüne Jugend Bürokratie abbauen, die Lohnnebenkosten senken und so neue Arbeitsplätze schaffen. Außerdem fordert sie eine transparentere Wirtschaftsförderung, eine regional gerechte Verteilung der Gelder und den Verzicht auf teure Prestigeprojekte wie den Transrapid.

Auch für mehr Liberalität und Weltoffenheit in der bayerischen Landespolitik will sich die Grüne Jugend einsetzen. Baßler: „Weiche Drogen müssen endlich entkriminalisiert werden. Es kann nicht sein, dass Cannabiskonsum härter bestraft wird als Steuerhinterziehung.“

Ein wichtiges Anliegen für die Grüne Jugend ist die Senkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre. „Für Politik interessieren sich auch schon die meistern Unter-18-Jährigen. Nur politisch artikulieren dürfen sie sich noch nicht. Das wollen wir ändern,“ erklärte Baßler. Auch zu dieser Frage hat die Grüne Jugend einen Änderungsantrag zum grünen Wahlprogramm eingebracht, über den auf dem Landesparteitag am 17. Mai abgestimmt wird.

„Wir wollen klare, junge Alternativen zu einer rückwärtsgewandten CSU-Politik aufzeigen,“ kündigte Wiedemann an. „Wir wollen unsere Mutterpartei ermutigen, ihre Scheu vor mutigen Forderungen in der Bildungspolitik abzulegen. Und wir freuen uns darüber, dass wir viele junge Kandidaten und die Chance haben, mit Ludwig Hartmann auf Platz 6 der oberbayerischen Bezirksliste einen Vertreter der Grünen Jugend in den Landtag zu bekommen.“