Grüne Jugend stellt Weichen für Landtagswahlkampf

Auf ihrem Landeskongress in Eichstätt hat die Grüne Jugend (GJ) Bayern am vergangenen Wochenende ihr Wahlprogramm für die bevorstehenden Landtagswahlen verabschiedet.

Der Jugendverband von Bündnis90/Die Grünen will vor allem Zukunftschancen für junge Menschen schaffen. „Die Bildungspolitik der CSU setzt einseitig auf Auslese und Bevormundung,“ meint Julia Baßler, Landesvorstandssprecherin der GJ Bayern. „Wir dagegen wollen die individuelle Förderung in den Vordergrund rücken und Bildungschancen gerecht verteilen.“

In der Wirtschaftspolitik strebt die Grüne Jugend an, Bürokratie abzubauen, die Lohnnebenkosten zu senken und so neue Arbeitsplätze zu schaffen. „Intelligente Wirtschaftsförderung muss transparent sein und kann auf Prestigeprojekte wie den Transrapid getrost verzichten,“ erklärt Landesvorstandssprecher Christoph Wiedemann.

Die Grüne Jugend sieht sich als Vorkämpferin für mehr Liberalität und Weltoffenheit in Bayern. „Wir sind auch dafür, weiche Drogen zu entkriminalisieren und Drogenkonsumenten menschlich zu behandeln,“ so Baßler.

Eine wichtige Forderung ist auch, dass junge Menschen schon mit 16 Jahren wählen gehen dürfen. „Was die demokratische Teilhabe von Jugendlichen betrifft, ist Bayern noch ein Entwicklungsland,“ meint Wiedemann. „War doch erst eine Initiative der Grünen Jugend notwendig, um die Senkung des passiven Wahlalters auf 18 Jahre auf den Weg zu bringen.“

Mit Ludwig Hartmann (24) auf Platz 6 der oberbayerischen Bezirksliste hat die Grüne Jugend gute Chancen, einen ihrer Vertreter in den Landtag zu bekommen. „Wir werden einen frechen und kreativen Wahlkampf machen,“ kündigte Wiedemann an. „Die bayerische Landespolitik hat frischen Wind genauso nötig wie eine starke grüne Opposition. Denn Bayern ist mehr als ein Bierzelt mit Internetanschluss.“