Am 26.5.2012 demonstrierte die GRÜNE JUGEND gegen das Betreuungsgeld. Mit dem Betreuungsgeld bedienen Familienministerin Schröder und die CSU antifeministische Mythen und schaffen Gräben in der Gesellschaft. Mütter, die arbeiten, werden hier mit Müttern, die zu Hause bleiben wollen, ausgespielt und gegeneinenader aufgehetzt.

Das Projekt, Eltern, die ihre Kinder nicht in Kindertagesstätten geben, 150€ pro Monat zu zahlen, zieht das notwendige Geld vom Ausbau der U3-Betreuung und erhöht die Opportunitätskosten für das weniger verdienende Elternteil, eine Arbeit aufzunehmen. Weniger Wahlfreiheit, weniger Eigenständigkeit und langfristige Risiken wie Altersarmut sind die Folge. Unterstützt von der Sambagruppe Green Igelz zogen wir vor den Amtssitz der Kanzlerin und protestierten.

Das geplante Ziel des Kindertagesstättenausbaus für Kinder unter 3 Jahren bis 2013 wurde wegen der halbherzigen und falschen Politik der schwarz-gelben Regierung und Familienministerin Kristina Schröder nicht erfüllt. Für den Ausbau auf 750.000 Plätze versprach der Bund den Ländern, insgesamt vier Milliarden Euro. Beide Seiten legten sich auf eine Betreuungsquote von 35 Prozent fest, was mit der Festschreibung eines Rechtsanspruches für ein[-] bis dreijährigen Kinder ab den 1. August 2013 gekoppelt wurde. Das Ziel des Ausbaus wurde maßlos verfehlt! Jetzt soll den Eltern, die ihr Kind wegen den fehlenden KiTa-Plätzen nicht in eine staatlich geförderte Betreuung geben können, ein monatlicher Betrag von 150€ ausgezahlt werden. Diese Reaktion auf die mangelnden KiTa-Plätze ist zynisch!

Dabei bedienen Familienministerin Schröder und die CSU antifeministische Mythen und schaffen Gräben in der Gesellschaft. Mütter die arbeiten werden hier mit Müttern die zu Hause bleiben wollen ausgespielt und gegeneinenader aufgehetzt. Dass nach wie vor Betreuungsplätze fehlen, dass das Steuersystem das Allein-Ernährermodell bevorzugt und dass Deutschland eins der wenigen Länder ist, in denen eine Frau mit Kind und Karriere noch Rabenmutter genannt wird, passt nicht ins Bild und wird ignoriert.

Wir brauchen einen flächendeckenden starken Ausbau der Kindertagesstätten. Nur das ermöglicht Wahlfreiheit für die Eltern und erhöht die Bildungschancen für alle Kinder durch einen frühen Zugang zu öffentlichen Bildungsstätten.

Wir fordern die schwarz-gelbe Regierung auf der Diskussion über das Betreuungsgeld endlich ein Ende zu setzen und das Geld in sinnvolle Projekte, wie den KiTa-Ausbau oder anderen Projekten die Kinder und Eltern wirklich zu Gute kommen, zu stecken!

Das Betreuungsgeld verfestigt veraltete Rollenbildern! Anstatt Frauen durch einen Ausbau von Betreuungsplätzen die Freiheit zu schaffen, Kinder und Beruf miteinander zu vereinbaren, fördert es die Hausfrauenrolle. Diese antifeministische Trotzreaktion des konservativen Flügels der Union geht völlig an der gesellschaftlichen Realität vorbei. Junge Frauen wollen Wahlfreiheit – Die verhindert der Mangel an Betreuungsplätzen, nicht ihre Förderung!

Das Betreuungsgeld verhindert Chancengerechtigkeit! Durch die finanziellen Anreize frühkindliche Betreuungsangebote nicht zu nutzen bleiben viele Kinder aus gerade finanziell schlechter gestellten Familien außen vor. Dabei ist gerade der Kontakt zu anderen Kindern und das gemeinsame Erleben im außerfamiliären Bereich wichtig für Kinder. Wir brauchen mehr Chancengleichheit von Anfang an und eine bessere Ausstattung und Ausbau der KiTas.

Das Betreuungsgeld ist sozial ungerecht! Da das Betreuungsgeld mit dem ALG-II-Bezug verrechnet werden soll, haben die ärmsten Familien nichts davon. Und da das Geld, das dafür ausgegeben werden soll, beim Ausbau der Kinderbetreuung fehlt, haben sie noch oft genug keine Möglichkeit, ihre Kinder betreuen zu lassen.

Das Betreuungsgeld ist teuer und unsinnig! Während die Haushalte leer belieben, alle vom Sparen reden und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche rar sind, gibt die Regierung für das Betreuungsgeld locker um die 2,2 Milliarden Euro aus. Der KiTa-Ausbau geht auch deshalb schleppend bis garnicht voran, weil das Geld dafür fehlt. Es braucht eine echte Unterstützung für alle Kinder und eine gute Infrastruktur statt 150€ im Monat dafür, dass keine KiTa genutzt wird.

(zuerst veröffentlicht auf: http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/nachrichten/1076710.html)