Die Covid-19-Pandemie fordert alle heraus. Das alltägliche Leben ist stark beeinflusst und nichts kann mehr so ablaufen, wie zuvor.

In diesen schwierigen Zeiten darf der Politik niemanden durchs Netz fallen und niemand darf mit den Problemen, verursacht oder verschärft durch Corona, alleine gelassen werden. Die Politik muss Antworten geben, Antworten auf drängende Fragen.

Für junge Menschen sind das insbesondere Fragen rund um das Thema Bildung. Als Jugendorganisation beschäftigt uns das natürlich im besonderen Maße.

Angesichts der Corona-Pandemie und den daraus entstehenden Unsicherheiten und Nachteilen für junge Menschen in der Ausbildung fordern wir:

Allgemein:

  • Jungen Menschen sollen aus der Krise heraus keinerlei Nachteile für ihre Bildung entstehen.
  • Junge Menschen sollen als Interessensgruppen in nötige Entscheidungen einbezogen werden, es soll Rücksprache mit ihnen erfolgen.
  • Junge Menschen verdienen eine klare Kommunikation der aktuellen Lage, besonders wenn neue Entscheidungen fallen, müssen eindeutige Informationskanäle für alle Betroffenen gefunden werden.

Für Schüler*innen:

  • Die Bereitstellung von Laptops & Tablets von Schüler*innen für das Lernen von Zuhause.
  • Wenn es um Prüfungsentscheidungen geht, soll Rücksprache mit Schüler*innen gehalten werden. Es sollten ggf. flexible Lösungen in Betracht gezogen werden, bspw. ein Durchschnittsabitur/-examen, wenn notwendig ohne schriftliche, dafür mit mehreren mündlichen Prüfungen.
  • Langfristig folgt aus der Krise, dass es Schulpsycholog*innen zum Auffangen von Lehrkräften und Schüler*innen braucht sowie angestellte Fachkräfte für die Digitalisierung der Schulbetriebe, statt die Verantwortung auf Informatiklehrer*innen zu schieben. Zusätzlich muss der Umgang mit digitalen Lernressourcen fester Bestandteil der Lehrer*innenbildung werden.

Für Auszubildende:

  • Abschlussprüfungen sollen ermöglicht werden bzw. ein Ausbildungsende gewährleistet. Für gute Ausbildung ist ein Abschluss das oberste Ziel.
  • Die Entlassung von Auszubildenden gehört verhindert, dafür muss die Verbundausbildung gestärkt
  • Auszubildenden soll bei fehlender Zwischenprüfung kein Nachteil entstehen.
  • Die Übernahme der Auszubildenden nach der Ausbildung soll abgesichert werden
  • Finanzielle Sicherheit für Auszubildende soll gewährleistet werden
  • Sicherung des Ausbildungsmarktes
  • Besonders im Pflegebereich können Auszubildende nicht einfach als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden, sondern sollen nur bei ausreichender Vorbildung und Praxiskenntnis in Kliniken angesichts COVID-19

Für Studierende:

  • Das Sommersemester muss ein “Nicht-Semester” werden, d. h. dass Leistungen nur optional eingebracht werden müssen.
  • Das BAföG muss unabhängig von den Leistungen im Sommersemester weitergezahlt werden. Wir unterstützen außerdem den Vorschlag des Deutschen Studentenwerks nach einem “Bund-Länder-Studierendenfonds” mit unbürokratischen Soforthilfen für alle Studierenden in Notlage.
  • Langzeit- oder Zweitstudiengebühren sowie die Gebühren bei internationalen sowie dual Studierenden müssen ausgesetztwerden
  • Prüfungen und Staatsexamen können optional absolviert werden und müssen dafür frühzeitig verkündet werden
  • Studierende und insbesondere gewählte Studienvertretungen müssen aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden

Für wissenschaftliche Mitarbeitende:

  • Alle befristeten Verträge im wissenschaftlichen Bereich müssen um 6 Monate verlängert werden
  • Die Lohnfortzahlung muss auch bei “Arbeit auf Abruf” gewährleistet werden

Und was braucht es langfristig?

Die derzeitige Ausnahmesituation wird nicht für immer andauern. Besonders im Bildungssystem führt jedoch die Pandemie dazu, dass sich die Mängel stark verschärfen und sichtbar werden. Unsere Forderungen sind Sofortmaßnahmen zur derzeitigen Krisensituation.

Langfristig braucht es aber eine komplett neue Ausrichtung des Bildungssektors. Es braucht eine selbstbestimmte Bildung. Bildung meint dabei die kritische Aneignung unserer Welt und ist der Zündstoff für einen Wandel der Gesellschaft.

In unserer Bildungsutopie spielen Noten, Leistungsdruck und soziale Herkunft keine Rolle mehr. Zulassungsbeschränkungen, Bildungsgebühren und Finanzierungsprobleme aller Art gehören der Vergangenheit an – an oberster Stelle steht die Freiheit, die Solidarität und die Gleichheit. Lernen und

Bildung wird als gemeinsamer Prozess verstanden sowie als lebendiger Teil einer demokratischen Gesellschaft. Für uns ist eines klar: Bildung ist anders!