Am Mittwoch forderte Hans Reichhart, Vorsitzender der Jungen Union Bayern, in einer öffentlichen Mitteilung ein komplettes Verbot der Burka in Bayern. Diese Forderung verurteilt die GRÜNE JUGEND Bayern scharf.

Eva Lettenbauer, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Bayern, erklärt: „Die Junge Union Bayern möchte Frauen staatlich verordnete Bekleidungsvorschriften machen. Doch die Gesellschaft muss nicht mit Verboten und Regelungen über zu kurze oder zu lange Kleidungsstücke geschützt werden. Burkas zu verbieten ist eine Scheinlösung! Wir verurteilen es scharf, dass die Junge Union mit dieser Forderung bewusst versucht Ängste zu schüren – die Anzahl an Burkaträger*innen in Bayern ist schließlich verschwindend gering. Die moderne und vielfältige Gesellschaft gerät in Gefahr, wenn gesellschaftliche und religiöse Debatten nicht mehr öffentlich geführt werden, sondern mit Verboten beendet werden sollen.“

Matthias Ernst, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Bayern, ergänzt: „Die Forderung nach einem völligen Burkaverbot ist absolut realitätsfern und überhaupt nicht umsetzbar. Statt dumpfe Stammtischparolen zu verbreiten, brauchen wir eine Debatte, wie Frauenrechte tatsächlich gestärkt werden können. Denn die Forderung nach einem Burkaverbot schiebt einzig Frauen die Schuld zu und verdrängt sie aus dem öffentlichen Raum. Damit wird Emanzipation nur noch weiter erschwert! Die Staatsregierung ist gefordert, endlich mehr Geld für Schutzräume und Unterstützungsangebote für Frauen zur Verfügung zu stellen und nicht mit einer Kleider-Polizei Frauen zu gängeln.“