Eigentlich hatte ich vor heute einen Post über die ersten Verhandlungen zu verfassen, jedoch habe ich davon bisher leider nicht viel mitbekommen. Stattdessen habe ich interessante Side-Events zu den Themenkomplexen Entwicklungsländer-Fond / Least Developed Countries Fund (LDCF), Emissionshandel / Kohlenstoffpreis / Carbon Pricing und Intended Nationally Determined Contributions (INDCs) besucht. Die Side-Events finden in sogenannten „observer rooms“ statt und sind demnach für alle Beobachter*innen geöffnet. Wichtige Themenkomplexe der Verhandlungen werden dort noch einmal aufgearbeitet und von Expert*innen referiert und zur Diskussion gestellt. Damit ihr eine Vorstellung bekommt, wie so etwas ablaufen kann, im Folgenden ein kurzer Überblick über Veranstaltungen, denen ich heute beigewohnt habe.

Im „High-Level Event on Carbon Pricing“ haben Experten des IMF, der Weltbank, des UNEP und Vertreter von Staaten (unter anderem Frankreich) über aktuelle und zukünftige Wege des „carbon pricing“ referiert. Vor allem hervorgehoben wurden die unterschiedlichen Arten, nach denen CO2 abgerechnet werden kann und deren Vor- und Nachteile. „Emission Trading Systems“ (ETS) wurden mit einer Treibhausgas-Steuer verglichen. Frankreich beispielsweise hat für die nächsten Jahre die Preissteigerung für eine Tonne CO2 gestaffelt und während diese aktuell noch 14,50€ kostet, so ist die Idee, dass der Preis bis zum Jahr 2030 auf 100€ ansteigen soll. Allen Referierenden gemein war die Aussage, dass es noch weiterer Debatte bedarf. Vor allem muss erarbeitet werden wie abgerechnet wird, wer abrechnet und auf das auf eine faire, international einheitliche (?) Art und Weise.

In der Veranstaltung zum Thema INDCs wurde der „Synthesis report on the aggregate effect of INDCs“ des UN-Klimasekretariats vorgestellt. In den INDCs haben die einzelnen Mitgliedsstaaten der UN ihre angestrebten individuellen nationalen Beiträge zur Emissionsreduzierung und ihren Klimazielen ausformuliert. Auch wenn die INDCs von Land zu Land in Form und Inhalt zum Teil sehr variieren, so sind doch auch Gemeinsamkeiten zu erkennen. Ergebnis der Analyse war bespielsweise, dass aus den bis Oktober 2015 eingereichten 119 Dokumenten, 100 „adaption“ als einen Komponenten in der Erklärung über ihre Klimaziele aufgeführt haben. Ich bin gespannt, wie sehr die Inhalte der INDCs Grundlage für die Verhandlungen sein werden.

Das wars für heute, morgen mehr und wenn ihr noch nicht genug habt, so schaut doch mal auf der Seite der www.klimaretter.info vorbei.

Gute Nacht!
Pauline
plant for the planet, GRÜNE JUGEND Bayreuth