Statt den durchschnittlichen 16,5 Grad im kalt-deutschen Sommer könnten wir zukünftig mit 18 oder sogar 19 Grad rechnen. Packt die Badesachen aus? Wohl kaum.

Was für den Menschen eine scheinbar minimale Veränderung ist, ist für unser Ökosystem eine Katastrophe. Und was in der gemäßigten Klimazone für Verwirrung und Probleme sorgt, überflutet die Inseln in den Tropen und könnte zu einem massiven Artensterben weltweit führen.

Klimaschützer*innen aller Welt, vereinigt euch!

Doch statt schnell, konkret und zuverlässig zu handeln, scheitert die vertretene Staatengemeinschaft auf der Weltklimakonferenz (COP24) in Katowice daran, klare Regeln und Möglichkeiten zur gegenseitigen Überprüfung der Klimaziele festzulegen. Ohne Spielregeln kann auch das zu seiner Zeit begrüßte Klimaabkommen von Paris keine Realität werden. Dass sich der US-amerikanische Präsident Trump sowie der neu gewählte brasilianische Staatschef Bolsonaro aus den Abkommen zurückziehen wollen, ist nur Symptom für den fehlenden gemeinsamen Willen aller Staaten. Letzterer kündigte an, das Umweltministerium aufzulösen und verstärkt Abholzungen im Amazonas zu erlauben.

Also doch nur shamen und sich selbst auf die Schulter klopfen?

Aber so weit weg muss der Blick gar nicht gehen: warum sollten wir die geplante Abholzung des brasilianischen Regenwalds verurteilen, wenn doch hier in Deutschland ein 12.000 Jahre alter Wald weichen soll? Noch dazu für eine Energieproduktion, die unsere Zukunft verpestet?

Nicht umsonst ist Deutschland im neuesten Klimaschutz-Index mehrerer Umweltorganisationen herabgestuft worden – Rumänien, Indien und die Slowakei erreichten höhere Ränge. Entscheidend ist und bleibt der Verbrauch von Braunkohle sowie eine alles andere als zukunftsorientierte Strategie für den Verkehrssektor.

Klar kann der Blick über den Tellerrand helfen – bezeichnend ist aber auch, dass die ersten drei Plätze frei blieben. Kein Land erreicht derzeit die dafür notwendigen Kriterien.

Wie kann Deutschland wirklichen Willen zur Veränderung zeigen?

* Deutschland ist weltweit Nummer 1 bei der Förderung von Braunkohle, vor China und Russland. Nur mit dem sofortigen Kohleausstieg können wir die negative Emissionsbalance versuchen, unter Kontrolle zu bekommen.

* Weg von Kohle, Öl und Gas und hin zu 100% Erneuerbaren Energien. Besonders die dezentrale Versorgung durch genossenschaftliche oder kommunale Stromerzeugung sollte staatlich massiv unterstützt werden. Kommunen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft sind Schlüsselelemente für eine klimagerechte Veränderung.

* Derzeit ist die Hälfte aller CO₂-Emissionen unbepreist. Eine CO₂-Steuer könnte Finanzierungslücken hin zu einer emissionsfreien Gesellschaft schließen, nachhaltige Infrastruktur aufbauen und vor allem soziale Gerechtigkeit schaffen. Fossile Subventionen gehören abgeschafft.

* Den Weg frei machen für eine Zukunft ohne Auto: massiv in den Ausbau des mittelfristig ticketlosen Öffentlichen Personennahverkehrs investieren sowie in Städten und Kommunen Fahrrädern und Fußgänger*innen die Priorität geben.

*Eine sofortige Agrarwende. Weg von Lachgas-produzierendem Kunstdünger sowie der größten Methanproduktion überhaupt: Massentierhaltung. Wir brauchen eine nachhaltige und umweltverträgliche Landwirtschaft.

* In Bildung investieren. Innovative Forschung unterstützen & gleichzeitig besonders jungen Menschen die Relevanz von Umwelt- und Klimaschutz verdeutlichen und sie aktiv darin fördern, sich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen.

Bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor uns, aber wir denken gar nicht daran aufzugeben. Zuviel steht auf dem Spiel. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber mich ermutigt das: mit Mut und dem klaren Willen zur Veränderung kämpfen wir weiter – Auf geht’s, ab geht’s!

Dieser Text wurde verfasst von Mirjam.