Grüne Jugend zu den CSU-Plänen für eine „Integrationsobergrenze“

Zu den Plänen der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag, durch Quotierung den Anteil an nicht deutschsprachigen Schülern zu senken, erklären Anna Hörlein (25), grüne Landtagskandidatin im Stimmkreis von Kultusministerin Hohlmeier, und Christoph Wiedemann, Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend Bayern:

„Indem die CSU über „Integrationsobergrenzen“ nachdenkt, gesteht sie das Scheitern ihrer bisherigen Integrationspolitik ein. An sich ist die Erkenntnis richtig, dass ein überproportionaler Anteil an nicht deutschsprachigen Kindern gesellschaftliche Integration erschwert. Doch statt die stabsmäßig organisierte Kinderverschickung zu proben, sollte die CSU lieber dafür sorgen, dass MigrantInnen-Kinder frühzeitig – d. h. schon im Kindergarten – die notwendige Sprachkompetenz erwerben.

Das bayrische Schulsystem setzt außerdem zu sehr auf Selektion. Auf welchen Schultyp man kommt, hängt in Bayern nicht von potenzieller Leistungsfähigkeit ab, sondern vor allem von der sozialen Herkunft. Bayern braucht den Mut neue Wege in der Schulpolitik zu gehen: Gerade Kinder mit ausländischer Herkunft brauchen einfach mehr Zeit, um z. B. sprachliche Defizite aufzuholen. Dies klappt umso besser, wenn nicht einfach brutal am Ende der 4. Klasse nach Hauptschule, Realschule oder Gymnasium sortiert wird, sondern eine längere gemeinsame Schulzeit verwirklicht wird.

Deshalb fordert die Grüne Jugend eine nachhaltige, vernünftige und mutige Schulpolitik, die Integration lebt und nicht verwaltet. Auf jeden Fall bleibt zu hoffen, dass die Diskussion über die Bildungschancen von Migrantenkindern mehr als nur ein Wahlkampf-Gag der CSU gewesen sein wird.“