Zur Debatte über Familienpolitik im Entwurf für das neue CSU-Grundsatzprogramm erklärt Matthias Fleischer, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND BAYERN:

„Die Geschlechterpolitik der CSU ist ein Albtraum, den die Union gerne mit allen Bayerinnen und Bayern gemeinsam träumen will. Dass in den Betten Menschen des gleichen, wie des unterschiedlichen Geschlechts liegen, versucht die politisch veraltete CSU auf Gedeih und Verderb zu ignorieren. Stattdessen zementieren die Christsozialen ihr Leitbild der Lebenspartnerschaft, welche sich gefälligst aus 2 Menschen – Männlein und Weiblein — zusammen setzt und in den heiligen Bund der Ehe gepresst wird, bis das der Tod sie scheidet. Alles andere strafen die Politiker der Union als unchristlich, unmoralisch und wider der Natur. Somit ist auch die aktuelle unionsinterne Diskussion über die Öffnung der Partei hin zu den für sie vollkommen neuen Formen der Partnerschaften nicht mehr als eine Farce. Der CSU geht es im Kern der Debatte offensichtlich nicht um die politische, wie gesellschaftliche Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen oder Partnerschaften aus mehr als zwei Personen. Stattdessen möchte die CSU als Ergebnis der Diskussion sich als heiliger Gralshüter des patriarchischen Leitbilds von Ehe und Familie ausrufen und damit ihre erzkonservative Stammwählerschaft für 2008 wieder auf Linie bringen. Eine Modernisierung der politischen Leitlinien könnte sonst den Verlust großer Teile dieser Wählerschicht zur Folge haben und somit der Landesregierung unter Umständen die Regierungsmehrheit kosten. Aktuelle Umfragen zeugen davon, dass diese Angst durchaus berechtigt ist.

Den krönenden Abschluss im aktuellen Diskurs bietet der CSU Politiker Singhammer, welcher gerade in dem althergebrachten Leitbild von Ehe und Familie eine Stärkung der Frauen erblickt, damit diese nicht als Heimchen am Herd verspottet werden. Angesichts der Unionspolitk auf Landes- wie Bundesebene ist dies pure Heuchelei. Gerade die Familienpolitik von CDU und CSU war es, welche auf ein untergeordnetes Rollenbild der Frau abzielte. Ein Wandel in der Familienpolitik ist aller höchstens auf dem Papier zu erwarten, nicht jedoch im Denken und Handeln der Männer-dominierten Union.“