Am morgigen Volkstrauertag wird den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaften gedacht. Doch vor allem in ländlichen Regionen finden Gedenkveranstaltungen meist vor den Gedenktafeln für gefallene Wehrmachtssoldat*innen statt, dies kritisiert die GRÜNE JUGEND Bayern scharf.

Eva Lettenbauer, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Bayern, erklärt: „Am Volkstrauertag werden jährlich die Wehrmachtssoldatinnen und Wehrmachtssoldaten als vermeintliche Verteidiger des Vaterlandes heroisiert. Eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Taten oder den Gräueltaten der Wehrmacht allgemein findet nicht statt, Gedenktafeln für die örtlichen Opfer des Faschismus gibt es meistens nicht. Dass Täterinnen und Täter des Nationalsozialismus gerade im ländlichen Raum immer noch als Heldinnen und Helden dargestellt werden, ist für uns nicht länger hinnehmbar!“

Matthias Ernst, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Bayern, ergänzt: „Besonders zynisch ist es, dass bei den Veranstaltungen Bundeswehrsoldatinnen und Bundeswehrsoldaten mit ihren Waffen Spalier stehen. Dies zeigt, dass es nicht um Gedenken an Kriegsopfer, sondern vielmehr um die Inszenierung von Kameradschaft und einer geschworenen Ehre geht. Wir fordern deshalb alle Kommunen in Bayern auf, ihre Mahnmale für Wehrmachtssoldatinnen und Wehrmachtssoldaten zu entfernen und dafür ein angemessenes Gedenken an die Shoa und lokale Opfer der Verfolgungen zu schaffen.“