Die GRÜNE JUGEND BAYERN fordert die sofortige Auflösung der Beisheim Stiftung

Am Beispiel des Tegernsee Gymnasiums, welches im Zuge einer gestifteten 10 Millionen Euro Spende in Otto Beisheim Gymnasium umbenannt werden soll, zeigt sich nach einem Jahr der Auseinandersetzungen, wie selbst im werteorientierten Südbayern eine gewaltige Geldsumme sowie die Politik, als auch die Gesellschaft auf unmenschliche Weise spalten kann und bei so manchen Beteiligten am gesunden Menschenverstand zweifeln lässt. Daher fordert die GRÜNE JUGEND BAYERN die sofortige Auflösung der Otto Beisheim Stiftung. Sowohl die Umbenennung des Gymnasiums, als auch die Annahme der Geldsumme lehnen wir ab.

Die enorme Spende von 10 Millionen Euro für ein bayerisches Gymnasium erstrahlte zunächst als regelrechter Segen, doch wurde daraus in kurzer Zeit eine Farce. Dazu Matthias Fleischer, Landessprecher der Grünen Jugend Bayern: „Es ist traurig, zu beobachten, wie Geld die Menschen in kürzester Zeit verändert. Frei nach dem Motto „einen geschenkten Gaul kuckt man nicht ins Maul“ blieb jeder kritische Blick auf den Mäzen hinter den Millionen außer Acht. Zudem ist es ein Armutszeugnis für das bayerische Bildungssystem, wenn sich Spenden an Bildungseinrichtungen vom gönnerhaften Entgegenkommen zur puren Notwendigkeit wandeln. Der moralische Aspekt bleibt mittlerweile vollkommen außer Acht!“

Mit Blick auf die drohende Umbenennung des Tegernsee-Gymnasiums steht nicht die vermeintliche NS-Vergangenheit Beisheims im Mittelpunkt der Kritik. Es ist seine Tätigkeit als Gründer der Einzelhandelskette Metro, welche vordergründig für ausbeuterische Bedingungen für die ArbeitnehmerInnen, als auch für eine „Geiz ist Geil“ Mentalität steht. „Es geht hier um sehr viel mehr, als um einen fragwürdigen Einzelfall. Der lange Arm der Wirtschaftslobby reicht mittlerweile nicht mehr nur in das politische Feld, sondern bedroht auch die Unabhängigkeit der Bildungseinrichtungen und damit deren Neutralität und flächendeckende Qualität! Der Fall Tegernsee-Gymnasium ist nur ein weiteres Indiz für das Versagen der Landesregierung, deren Aufgabe es ist, die finanzielle Freiheit der Bildungseinrichtungen zu gewährleisten!“, so Sabine Ponath, Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND BAYERN. Fleischer fügt dem hinzu: „Was an unseren Universitäten schon längst begonnen hat, breitet sich nun auch auf die Schulen aus: der Ausverkauf der Bildung!“