Am 17.5. erhob die Abendzeitung gegenüber Sozialministerin Christine Haderthauer den Vorwurf, in einen Skandal um ihren Mann wegen des Verkaufs von Modellautos, die Häftlinge produziert hatten, aktiv verwickelt gewesen zu sein.

Dazu erklärt Anna Schmidhuber, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern: „Frau Haderthauer war bis ins Jahr 2001 zu 50% an der Modellbaufirma ihres Mannes beteiligt, die von Häftlingen zusammengebaute Modellautos zu fünfstelligen Beträgen verkaufte. Mit Beginn ihrer politischen Karriere stieg Christine Haderthauer aus diesem Geschäft aus. Dennoch stellt sich für uns hier die Frage, ob eine Person, die sich auf Kosten psychisch kranker Häftlinge bereichert haben soll, das Sozialministerium nach ethischen Maßstäben leiten, und sozialpolitisches Vorbild sein kann.“

„Neben der Tatsache, dass Frau Haderthauer sich auf jeden Fall zu der Sache persönlich äußern und gegebenenfalls ernsthaft über ihren Rücktritt nachdenken sollte, zeigt diese Affäre auch, dass das Strafvollzugskonzept des Freistaats eindeutig zu überarbeiten sind.“ fügt Korbinian Gall, Sprecher der Grünen Jugend Bayern hinzu. „Wir wollen eine Förderung der Resozialisierung von Häftlingen durch eine Erweiterung von Bildungsangeboten für Inhaftierte. Arbeit zu Hungerlöhnen und Arbeitsverhältnisse, bei denen die Häftlinge durch Drittfirmen ausgebeutet werden, können nicht die richtige Maßnahme sein, Inhaftierten die Rückkehr in ein ziviles Leben zu erleichtern.“