Bayern orientiert sich mehr denn je an regenerativen Energien. Oberstes Ziel ist dabei zunehmende Unabhängigkeit vom Erdgas Import. Die Grüne Jugend Bayern beobachtet diesen grundsätzlich wünschenswerten Prozess jedoch zunächst sehr kritisch.

So räumt der bayerische Umweltminister Schnappauf zwar ein, dass der Anteil an umweltfreundlichen Energien ausgeweitet werden muss, befürwortet jedoch im selben Atemzug die Errichtung neuer Kernkraftwerke. Dem steht Sabine Ponath, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern empört gegenüber: „Dass Schnappauf die Gefahren der Klimaerwärmung nun auch erkannt hat ist ja ganz schön. Er kann aber nicht im Ernst Kernkraft als umweltverträgliche Alternative sehen! Auch dem Herrn Umweltminister ist die Notwendigkeit des Klimaschutzes scheinbarerweise bewusst geworden. Wie lange wird er jetzt brauchen um radioaktive Strahlung als ebenso gefährlich einzuschätzen? Gerade nach dem Vorfall in Schweden sollte ihm die Unberechenbarkeit von Atomkraftwerken vor Augen geführt worden sein! “ Die nordischen Kraftwerke gelten, wie die Deutschen als sehr modern und sicher. Vor wenigen Wochen jedoch gab es im schwedischen Forsmark I. einen Kurzschluss, der beinahe zu einer Kernschmelze führte. Es sei dem reinem Zufall zu verdanken, dass die Katastrophe eines zweiten Tschernobyl nicht eintrat. Nun initiierte das deutsche Umweltministerium eine Überprüfung der deutschen Atommeiler. Matthias Fleischer, Sprecher der Grünen Jugend Bayern ist fassungslos: „Brauchen wir tatsächlich immer erst eine beinahe Katastrophe, einen Wink mit dem Zaunpfahl um Gefahren zu erkennen und zu intervenieren? Nicht nur vor wenigen Wochen in Schweden, sondern erst kürzlich abermals in Temelin kam es zu schweren Zwischenfällen. Dass Atomkraft solch unkontrollierbare Risiken birgt ist doch kein Geheimnis! Es ist wider dem gesunden Menschenverstand, dass den Interessen der Wirtschaftslobbyisten mehr politische Beachtung zukommt, als dem Wohle der BürgerInnen!“

In Deutschland fordern 63% aller BürgerInnen laut Emnid-Institut (im Auftrag für Greenpeace) den Atomausstieg. „Wie kann die Politik sich die Frechheit herausnehmen, diese Menschen zu ignorieren?“ fügt Matthias Fleischer hinzu. Sogar 67% der CDU/CSU WählerInnen wollen kein Atomkraftwerk in ihrer Nachbarschaft haben. „Atomkraft ist alles andere als regenerativ und zukunftsweisend! Wir brauchen eine Energiepolitik, die neue Chancen nutzt und offensichtliche Gefahren meidet. Was für Andere selbstverständlich ist, scheint für Minister Schnappauf noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein.“meint die Landessprecherin Ponath kopfschüttelnd. „Energiewandel gerne – aber ohne Atomkraft.“