Auf der heutigen Pressekonferenz erläuterte der Sprecher der Grünen Jugend Bayern, Ludwig Hartmann das Wahlkampfkonzept der Grünen Jugend, und wie sie die Trendwende bei der Erst- und Jugendwählern schaffen wollen.

„Was unser Wahlkampfkonzept angeht, haben wir bei der Auswahl der politischen Inhalte auf drei entscheidende Sachen geachtet. Wir wollen den jungen Bürgerinnen und Bürgen folgendes vermitteln: Politische Inhalte, deren Machbarkeit und gleichzeitig den Spaß den Politik machen kann. Es geht nicht um Massen von Inhalten sondern um deren ansprechende Formen der Vermittlung. Wir beschränken uns auf drei inhaltliche Schwerpunkte, die bereits praktisch im Wahlkampf vermittelt werden können. Wir wollen mit einem offensiven Jugendwahlkampf für unsere Visionen von Kommunalpolitik werben. Es ist schwer, Jugendliche mit abstrakten Diskussionen zu gewinnen und zu begeistern. Deshalb wollen wir nicht nur diskutieren, sondern verändern, nicht nur reden, sondern handeln. Dies ist der Grund dafür, dass wir auf Landesebene kein allgemeines inhaltliches Programm verabschiedet, sondern drei ganz konkrete Forderungen aufgestellt haben:

1. Jugendparlamente für Bayern – Mitreden für die Zukunft!
Die Jugendlichen in bayrischen Gemeinden müssen endlich mehr Mitspracherechte bekommen. Deshalb fordern wir die Einrichtung von Jugendparlamenten in bayrischen Kommunen. Ein Jugendparlament soll eine breite demokratische Legitimation und verbindliche Rechte besitzen, d.h. Anträge im Stadtrat stellen dürfen und einen eigenen Etat erhalten. Durch Jugendparlamente kann nicht nur die Jugendpolitik und die Meinung der Jugend eine Aufwertung erfahren, sondern Jugendliche werden auch schon vor ihrer Volljährigkeit an die politische Praxis herangeführt.

2. Discobusse für Jugendliche – Sicher und sauber zum Musikgenuss
Mehr jugendspezifische Angebote im öffentlichen Nahverkehr sind notwendig. Gerade Jugendlichen muss gezeigt werden, dass Mobilität auch jenseits des Autos möglich ist. Interessant sind vor allem Discobusse, denn diese würden nicht nur der Umwelt nützen, sondern auch der Unfallstatistik, indem sie zu einer Verringerung der Zahl von „Discounfällen“ aufgrund mangelnder Konzentration und Alkoholeinfluss führen.

3. Internet für Jugendliche – Freier Zugang zur Zukunft
Internet gehört zur Grundversorgung, Medienkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation, insbesondere für Jugendliche. Deshalb sollen sie die Möglichkeit erhalten, in öffentlichen Gebäuden wie Bibliotheken, Schulen oder Rathäusern kostenlos zu surfen. Gerade für Jugendliche ohne eigenen Internetzugang sollte dieses Angebot gelten, um sie fit für die Informationsgesellschaft zu machen.

Wir haben uns auf die genannten Themen festgelegt, die alle eins gemeinsam haben: dies sind nicht nur Themen, die im Wahlkampf versprochen werden, sondern Projekte, die im Wahlkampf verwirklicht werden. Wir wollen die jungen Menschen dadurch gewinnen, dass wir konkrete und greifbare Veränderungen für sie bewirken, und sie vor allem ernst nehmen. Wir machen als Jugendliche Politik für Jugendliche und damit Politik für die Zukunft. Die genannten Themen können wir den jungen Menschen bereits vor der Wahl vorstellen und somit zeigen, wie es unserer Meinung nach werden soll. Man wird nicht gleich ein Jugendparlament schaffen müssen – auch wenn dies perfekt wäre – eine Jungbürgerversammlung dürfte aber kein Problem sein. Das Grünen-Büro oder den Marktplatz für einen Samstag in ein grünes Internet-Cafe zu verwandeln ist machbar. Und ein Discobus mit Grünem Infostand inklusive, der für einen Nacht fährt, ist kein Problem.

Uns ist im Wahlkampf wichtig, dass wir nicht nur reden wie etwas sein soll und das wir eh alles besser wissen. Entscheidend ist es, praktisch zu Zeigen wie es sein könnte! Denn damit können wir aufzeigen, dass wir, die Grüne Jugend und Bündnis90/Die Grünen, nicht nur klug daherreden, sondern auch etwas verändern können und wollen – das ist gerade für Jugendliche besonders wichtig. So können wir wieder neue junge Menschen für unsere Politik gewinnen. Unser Ziel ist es, bei den Erst- und Jungwählern – wie bei der Landetagswahl 98 – wieder zuzulegen! Ganz nach unserem Wahlkampfmotto: Bayern ist einfach anders!“