Die Grüne Jugend Ebersberg stieß mit ihrer Endlagersuche in Grafing fast ausschließlich auf negative Resonanz.

Lediglich neun Bürger und Bürgerinnen waren dazu bereit, Atommüll bei sich zu hause dezentral zu lagern.

Die überwiegende Mehrheit der Angesprochenen bevorzugte die Alternative, den Ausstieg aus der Atomenergie, um die kopflose tägliche Produktion von Atommüll ohne Konzept für die Endlagerung schnellstmöglich zu beenden.
Am Samstag, den 12.9.2009, fragte die Grüne Jugend Passanten in Grafing provokativ um Mithilfe bei einer (fiktiven) dezentralen Lagerung von Atommüll.

Thomas von Sarnowski, Sprecher von Bündnis90/Die Grünen im Landkreis Ebersberg, bezeichnet die Aktion als „vollen Erfolg“. Mit der Frage, ob man ein kleines Fässchen „Atommüll“ zu sich nach Hause nehmen könne, würden die Leute mit der Problematik der Atomkraft direkt konfrontiert. „So werden als fern wahrgenommene Risiken auf einen selbst heruntergebrochen. Die Verantwortung liegt beim Wähler und der Wählerin, ob bei der Bundestagswahl für Schwarz-Gelb, also für eine Verlängerung der Atomkraftlaufwerkszeiten mit all ihren Kosten, Sicherheits- und Gesundheitsrisiken gestimmt wird oder für Grün.“

Bedenken gegenüber dem Ausstieg gab es nur wegen der angeblichen entstehenden Stromlücke. Am Infostand konnte jedoch darüber aufgeklärt werden, dass Deutschland zur Zeit Strom exportiert, dass in diesem Sommer in Deutschland das Stromnetz nicht zusammenbrach, obwohl 7 von 17 Atomkraftwerken außer Betrieb waren und dass Atomkraft mit 2,5% am Weltenergieverbrauch sowieso nur einen vernachlässigbaren Anteil zur Energieversorgung darstellt.

Außerdem gehe der Ausbau der Erneuerbaren Energien schneller voran, als jegliche Prognosen hätten hoffen lassen, stellt Martin Peters, jüngster Kreisrat und Stadtrat in Grafing, klar. „Dank dem rot-grünen Erneuerbare-Energien-Gesetz sind wir inzwischen bei einem Anteil von 17% des Stroms in Deutschland. Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, müssen wir den Ausbau aber weiter forcieren. Das geht nur mit Grün – ob mit dem EEG im Bund oder der Windkraft im Landkreis. Wir haben diese Entwicklung ins Rollen gebracht und setzten all unsere Energien für Erneuerbare Energien ein. “

„Erneuerbare Energien sind in jedem Sinn die Zukunft. Sie sind nicht nur sauber, ungefährlich und schützen unser Klima, sie schaffen als eine der wenigen Branchen in Zeiten der Krise neue Jobs.“ fügt Thomas von Sarnowski hinzu.

Die Aktion wird vor der Bundestagswahl im Landkreis auf Reisen gehen und in anderen Orten wiederholt werden, denn am 27. September steht der Atomausstieg auf dem Spiel.