Warum ist Macht mit Männern gleichgesetzt? Gibt es „Gesetze der Macht“? Wie kann ich alleine durch nonverbales Verhalten Macht ausdrücken? Wie gehe ich mit Sexismus und männlicher Dominanz um? Wieso reden bei LJK’s meist die gleichen fünf Männer – und dann immer noch das gleiche? Netzwerke knüpfen – wie und warum?

Diese Fragen haben wir uns bei dem zweiten „Frauen bilden Banden“ Treffen am 2. Oktober in München gestellt. Bei dem letzten Treffen im April 2010 hatte sich dieser Themenkomplex herauskristallisiert. „Frauen bilden Banden“ fand nun zum zweiten Mal vor dem Landesjugendkongress der Grünen Jugend Bayern statt, damit sich die bayerischen Frauen untereinander vernetzen, austauschen, und über frauenpolitische Themen weiterbilden konnten. Natürlich kam auch die Vorbereitung für den LJK (Landesjugendkongress) nicht zu kurz.

Wir hatten ein volles Programm: Nach einer interaktiven Vorstellungsrunde ging es gleich mit dem ersten Input los. Ekin Deligöz, MdB, war bei uns zu Gast.

Sie hat uns aus der politischen Praxis erzählt und ihren Weg in der Grünen Partei geschildert. Da es in Politik hauptsächlich um Macht geht, haben wir durch sie einen guten Einblick in die (noch) männlich dominierte Politikpraxis bekommen. Sie hat uns bestätigt, wie wichtig es ist, Netzwerke zu haben und vor allem die gebotenen Chancen zu nutzen. Angst vorm Scheitern ist kontraproduktiv und Hartnäckigkeit zahlt sich aus – nicht nur in der Politik. Außerdem hat sie uns wunderbar gezeigt, wie spannend Politik ist und dass frau auch auf ihre persönliche Art den eigenen Weg zum Erfolg gehen kann. Es war sehr spannend und aufschlussreich solch einen ehrlichen und persönlichen Bericht aus der Praxis zu bekommen.

Nach dem Mittagessen haben wir uns auf theoretischem Wege mit dem Komplex „Macht“ beschäftigt. Frau Dr. Stephanie Handschuh-Heiß, Diplom Soziologin, hat uns eine interessante Einführung und einen guten Überblick über den aktuellen Forschungsstand gegeben.

Dort sind wir auch immer wieder auf den Genderaspekt gekommen, z.B. bei dem Symbolisierung der Machtverhältnisse durch nonverbales Verhalten oder bei den vergeschlechtlichen Diochotomien. Außerdem haben wir in interessanten Diskussionen unsere eigenen Erfahrungen und Erlebnisse eingebracht und über Strategien gesprochen.

Die Zeit ist wie im Flug vergangen und unser nächstes Modul war an der Reihe. Wir haben den Leitantrag für den kommenden Landesjugendkongress zum Thema „Bildung“ besprochen. Dafür haben wir den Text aufgeteilt und den LJK simuliert. Jede von uns hat einen Teil vorgetragen und wir haben über die einzelnen Punkte diskutiert. Die Diskussion mündete in zwei Änderungsanträgen, die wir bei dem LJK stellen werden.

In der Evaluation und Feedbackrunde haben wir uns gefragt, was bleibt: ein Netzwerk, Motivation, das Wissen, dass noch viel zu tun ist und eine Frauenbande!

Wir freuen uns auf das „Frauen bilden Banden III“ vor dem nächsten LJK!

Katharina Schulze