Am vergangenen Samstag fand zum vierten Mal das Frauen-Bilden-Banden-Seminar der Grünen Jugend Bayern statt. Dies ist ein bayernweites Frauen-Vernetungstreffen zur methodischen und inhaltlichen Vorbereitung auf den Landesjugendkongress, diesmal mit einer Kommunikationstrainerin sowie dem Thema „Integrationskritik“.

„Eigentlich wollte ich nur kurz einen kleinen Bericht über das Seminar schreiben, weil ich dachte, dass es vielleicht gar nicht mal so uninteressant gewesen sein könnte.“ Oft ist die Ausdrucksweise von Frauen unklar, lässt immer die Möglichkeit für Widerspruch offen. Auch die Haltung spricht oft für sich.

Frauen überkreuzen sehr gerne ihre Beine und nehmen überhaupt wenig Platz ein. Eindrucksvoll führte uns so Dora Kirchner (Referentin) in die Welt der Körpersprache ein und überraschte uns gleich zu Anfang mit einer Zahl: 95 % dessen, was wir vermitteln wollen, passiert über die Körpersprache. Die Inhalte einer Rede beispielsweise nehmen also lediglich 5 % ein. Wenn wir Frauen also super Argumente an den Tag bringen, eine Rede mit durchdachtem Inhalt präsentieren , dabei aber wie oben gezeigte Unsicherheiten an den Tag legen, verliert das Gesagte sehr an Überzeugungskraft. Selber probierten wir zum Beispiel noch die Wirkung der Gestik aus, die je nach Intensität eine Rede/Geschichte ungemein beeinflussen kann. Mit vielen verschieden neuen Tricks und Tipps die eigene Präsentation zu verbessern gingen wir danach in die Mittagspause in die Weltwirtschaft des EineWeltHauses, um uns für den zweiten Teil des Seminars zu stärken. Alice (Referentin) gab uns zum Start in den zweiten Themenblock „Integrationskritik“ einen sehr spannenden Input. Indem sie sich geschichtlich dem Thema näherte, zeigte sie vielen von uns einen neuen Weg auf, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Da Völker schon immer umherziehen, war auch schon immer eine „Bevölkerungsmischung“ da. Die Vielfalt war und ist das Entscheidende und jetzt soll sich plötzlich „integriert“ werden?!? Hier gibt es reichlich Diskussionsstoff auch in Hinsicht auf den nächsten Landesjugendkongress zu diesem Themenkomplex. In einer Zukunftswerkstatt arbeiteten wir uns in zwei Gruppen in drei Phasen noch intensiver in das Thema ein. Zunächst wurden die Punkte der Integrationpolitik gesammelt, die uns aufregen. In der zweiten Phase sponnen wir daraus Utopien und in der dritten Phase suchten wir nach realistische bzw. pragmatischen Lösungsansätzen, die „Integration“, bzw. den Weg zur Vielfalt zu verbessern. Nach einer kurzen Kaffeepause diskutierten wir Mädels im dritten Teil des Seminars über Frauen in der Politik im Allgemeinen. Das hat unglaublich Spaß gemacht, vor allem weil wir im Laufe des Tages zu einer richtig guten Gruppe zusammengewachsen waren. Ein Ergebnis unserer Diskussion ist ein internationales Feminismustreffen, das dank unserer zwei grünen Mädels aus Österreich ins Leben gerufen wurde. Insgesamt war es ein wirklich lehrreiches, abgerundetes Seminar. Ich freue mich schon sehr auf das Feminismusseminar!

Von Teresa Zierer