Eine neue Generation erscheint auf den Bildschirmen und in den Zeitungen der Welt. Wir sind die Generation, die wohl erstmals die negativen Auswirkungen des Klimawandels noch im Laufe des eigenen Lebens spüren wird. Erstmals deshalb, weil persönliche Betroffenheit, „sogar“ im Globalen Norden, daraus erwächst. Der Ruf nach echtem Klimaschutz statt fehlender Maßnahmen wird daher lauter und Kinder & Jugendliche fordern endlich Handeln in der deutschen und globalen Klimapolitik.
Welches Mittel bleibt jungen Menschen, welche noch dazu – Es lebe der Adultismus! – durch eine politische Entmachtung bis zum 18. Geburtstag strukturell diskriminiert werden?
Der Schulstreik! Als legitimes politisches Mittel existiert dieser seit dem 17. Jahrhundert – warum genau regen sich dann so viele Politiker*innen und andere über die aktuellen Protestbewegungen auf? Klar, sie haben Angst. Angst vor einer Gesellschaft, die plötzlich wieder selbst das Wort ergreift. Angst vor einem Deutschland, in dem im vergangenen Jahr viermal so viele Streiktage stattfanden wie 2017. Angst vor den 1,2 Millionen Bürger*innen, die gestreikt haben und den hunderttausenden Schüler*innen, die es ihnen gleich taten, in den Streikstatistiken aber leider fehlen.
Am 15. März, zum globalen Earth Strike, waren 300.000 junge Menschen auf Deutschlands Straßen und forderten ein radikales Umdenken und schnelle Schritte bei der Bekämpfung des Klimawandels in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Weltweit waren es mehr als eine Million Streikende. Wow! Wir als GRÜNE JUGEND solidarisieren uns mit #fridaysforfuture und sind aktiver Teil der Bewegung, gleichzeitig klopfen wir unserer Mutterpartei auf die Schulter, sorgen für Furore und treten massiv öffentlich für eine radikale Verkehrs- und Klimawende ein.
Final bleibt der Ausblick. Was braucht Fridays for Futureals wachsende Bewegung jetzt und in nächster Zeit?
Zunächst einmal braucht es Unterstützung. Der Schulstreik muss als legitim und dringend erkannt werden und die Forderung vonseiten der Jugend müssen ernst genommen und umgesetzt werden. Von unserer Mutterpartei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern wir daher ein klares Bekennen zur Bewegung – und kritisieren, dass ein grüner Ministerpräsident, Winfried Kretschmann, das Ende der Proteste fordert. Wir wollen ein deutliches Signal seitens der Partei für die Bewegung sehen!
Daneben ist Solidarität in Form von „Parents for Future“ und „Scientists for Future“ sehr gut, der Fokus muss jedoch auf den jungen Menschen, allen voran Schüler*innen, liegen. Es ist ein junger Streik und das bleibt er auch. Dazu soll die Bewegung einen möglich barrierearmen Zugang, auch für neue Menschen bieten. Barrierarmut heißt zum Beispiel eine Regelmäßigkeit und Absehbarkeit von Demonstrationen, die dementsprechend „kurz und knackig“ sein könnten.
Der sehr generalistische Blick der Bewegung auf die Klimakrise und ihre allgemeinen Forderungen ist gut. Fridays for Future sollte sich nicht in Details verlieren!
Und zu allerletzt: die Bewegung wird von tausenden getragen, in unzähligen Orten treffen sich Komitees und finden Pleni statt, auf denen Basisdemokratie gelebt wird. Das ist richtig und wichtig. Fridays for Future sollte sich weder von Parteien noch von Personen einnehmen lassen. Insbesondere langfristig ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass „der Staffelstab“ immer wieder übergeben werden kann. Schlüsselfiguren sind stark und medienwirksam – doch es sind und bleiben Menschen; und es ist auch nur menschlich, wenn irgendwann neue Figuren auftauchen und andere gehen.
In diesem Sinne: Ich freue mich auf die nächsten Demonstrationen #fridaysforfuture, allen voran am Freitag die Großkundgebung in München!
Dieser Text wurde verfasst von Mirjam.