Auf dem Hanftag, zu dem die Grüne Jugend (GJ) Bayern aufgerufen hatte, demonstrierten am heutigen Samstag insgesamt rund 1500 zumeist junge Menschen gegen die heuchlerische Drogenpolitik der CSU.

Ludwig Hartmann, GJ-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Oberbayern, zeigte sich erfreut über den reibungslosen Verlauf: „Die populistischen Unterstellungen, welche die CSU im Vorfeld äußerte, sind von der Realität Lügen gestraft worden.“

Hartmann wies in seiner Rede darauf hin, dass „Cannabis nicht so schädlich ist wie die legalen Drogen Alkohol und Nikotin, an denen in Deutschland jährlich über 100.000 Menschen sterben.“ Dieser Einschätzung schloss sich auch der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele an, der CSU-Politiker scharf angriff, welche sich auf der „größten Drogenverherrlichungs-Veranstaltung der Welt“ – dem Oktoberfest – sichtlich wohl fühlen, zugleich aber Kleinstkonsumenten von Cannabis schonungslos verfolgen lassen.

„Es macht keinen Sinn, Millionen von Cannabis-Konsumenten in die Illegalität zu treiben, in der sie leicht mit weit gefährlicheren Drogen in Berührung kommen können,“ so Hartmann. Die unsinnige Kriminalisierung von Cannabis-Konsumenten müsse ein Ende haben, die eingesparten Steuermillionen seien besser in Aufklärung und Prävention investiert.

„Die Grüne Jugend will nicht Cannabis verharmlosen, wie dies die Bierzelt-Politiker von der CSU mit Alkohol tun, wohl aber Cannabis mit den legalen Drogen Alkohol und Nikotin gleichstellen,“ stellte Hartmann klar. „Gleichzeitig wollen wir die Werbung für Drogen generell verbieten, aber dagegen sträubt sich wiederum die CSU. Das zeigt, wie heuchlerisch und inkonsequent deren Drogenpolitik ist.“ Im ersten Schritt soll der Besitz geringer Mengen Cannabis bis 30 Gramm endlich auch in Bayern straffrei gestellt werden – in Schleswig-Holstein ist dies schon längst der Fall.

„Die CSU ist einer sachlichen Auseinandersetzung über eine verantwortungsvolle Drogenpolitik bisher leider aus dem Weg gegangen. Die gute Resonanz des Hanftags hat gezeigt: Die CSU muss jetzt endlich mit Argumenten aufwarten und nicht nur mit Verbotsdrohungen,“ forderte Hartmann. Für eine verantwortungsvolle Drogenpolitik will er auch im bayerischen Landtag kämpfen – er kandidiert auf dem aussichtsreichen Platz 6 der grünen Oberbayern-Liste.