Vom 5. Mai bis 8. Mai fand für den europäischen Dachverband der Grünen Jugend in Luxemburg das statt, was für uns der Bundeskongress ist. Natürlich sind die Verhältnisse in Europa anders, als bei der Grünen Jugend. Bei der einmal jährlich stattfindenden General Assembly (GA) können aus jeder Mitgliederorganisation (MO) zwei Delegierte und zwei Gäste nach Luxemburg kommen, um über viele wichtige Dinge abzustimmen.
Der Fokus lag dieses Jahr auf der neu verabschiedeten Satzung. Außerdem wurden ein neuer Vorstand sowie eine Selbstverständnisgruppe gewählt, die Working Groups (europäische Fachforen) neu erschaffen oder bestätigt und verschiedene inhaltliche Statements verabschiedet.
Offiziell waren für die GJ dieses Jahr Sarah Benke und Sabine Hackbarth als Delegierte, sowie Maximilian Jermies und Judith König als Gäste und Joel Wardenga als internationaler Sekretär dabei. Nach kurzer formaler Einführung wurde die GA für zwei Tage unterbrochen, um uns mit verschiedenen Workshops, Vorträgen, Podiums- und Fishbowldiskussionen auf der Social Europe Conference weiterzubilden. Die Unterpunkte waren so vielfältig wie der Name der Konferenz: soziale Auswirkungen einer Energiewende, Zusammenarbeit mit sozialen Bewegungen oder Migration und Flucht.
Auf der diesjährigen GA haben sich wieder mehrere junggrüne Verbände aus verschiedenen europäischen Ländern um einen Beobachterstatus oder eine volle Mitgliedschaft bei FYEG beworben. Die entscheidende Frage war hierbei, wie FYEG mit der Bewerbung von der Green Movement Youth aus Israel sowohl zur vollen Mitgliedschaft als auch zum Beobachterstatus umgehen sollte. Kritisiert wurde vor allem, das nicht genügend Informationen über die Positionierung der Green Movement Youth zum regionalen Konflikt vorlagen. Einen Tag später zog die israelische GMY ihre Bewerbung zurück, weil sie die Bedenken einiger Delegierter verstehen konnte. Ihre Bewerbung als Beobachter wurde von der GA abgelehnt. Abgelehnt wurden ebenfalls die Bewerbungen der Grünen Jugend Kasachstan, Libanon und Rumänien, da hier ebenfalls zu wenig Informationen vorlagen. Neues Mitglied von FYEG ist seit der GA Junge Grüne/Junge Alternative (Österreich), sowie Green Generation (Weißrussland) und Slovenian Youth Movement neue Kanidatenorganisationen sind.
Die Ergebnisse der Wahlen sowie die Ergebnisse der Strukturdebatte findet ihr hier:
Aus der Grünen Jugend wurde Terry Reintke als Sprecherin von FYEG sowie Maximilian Jermies für die Redaktion des Ecosprinter, eine Art europäischen SPUNKs, gewählt.
Nach so viel Strukturdebatte war es schön, sich mit politischen Positionierungen zu beschäftigen. Die verschiedenen verabschiedeten Papiere zur Green Economy, Anti-Atomkraft, ökologischer Landwirtschaft, Gewalt gegen Frauen, Direkter Demokratie und einer parlamentarischen Generalversammlung der UN gibt es hier (→ Link). Um für die Europawahlen 2014 fit zu sein, wurde eine Kommission zur Bündelung der Positionen von FYEG eingesetzt.
Auch 2011/12 hat FYEG tolle Aktivitäten geplant, wie z.B. das Seminar „Intersections of Oppression“ zur näheren Analyse und Überwindung von Herrschaftsstrukturen in Wien im September oder das legendäre Wintercamp, diesmal in Zürich, zum Thema „Digitale Rechte“. Bei allen Aktivitäten von FYEG könnt und sollt ihr euch einbringen! FYEG braucht nicht nur immer junggrüne AktivistInnen, sondern bietet auch noch jede Menge Spaß und interkulturellen Austausch mit Leuten vom Atlantik bis zum Kaukasus. Infos bekommt ihr zeitnah von der Internationalen Koordination oder auf www.fyeg.org . Wenn ihr noch Fragen zu bestimmten Anträgen oder Wahlen habt, könnt ihr euch gerne bei der internationalen Koordination melden (internationales@gruene-jugend.de).

Von Maximilian Jermies