Dick eingepackt mit Regenjacke und –schirm steht die GJ München (GJM) am Hauptbahnhof. Auf geht’s nach Bonn! Wir konnten es ja kaum glauben, aber auf dem Weg schaute doch die Sonne tatsächlich immer mehr hervor und – wie perfekt in Szene gesetzt – als wir an der Lorelei vorbeikamen, funkelte das Wasser im Sonnenlicht. In Bonn angekommen, mussten wir uns erstmal an das schon fast tropisch warme Wetter gewöhnen und sind am Abend noch ein bisschen durch die Altstadt geschlendert und haben lecker gegessen und das Programm für den nächsten Tag überlegt.

Wir wanderten am Donnerstag erst auf dem „Weg der Demokratie“, einen Rundgang im ehemaligen Regierungsviertel. Er führte uns u.a. am Bundesrat, Bundeshaus, Palais Schaumburg vorbei – so bekamen wir einen guten Überblick über Bonn.

Nach dem Rundgang sind wir in das Haus der Geschichte gegangen, bei dem es eine interessante Ausstellung zum Thema „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ ging. Zum Glück wurde nicht auf die Olympischen Winterspiele 2018 hingewiesen, aber wir hätten ja gewusst, wie man als GJM darauf reagiert.

Danach haben wir uns Fahrräder besorgt und sind bei der Fahrraddemo mitgeradelt bzw. Mattia, als rasender Reporter mitgeskatet. Das war eine super Demo und wir plädieren für mehr Fahrraddemos bei gutem Wetter! Der Veranstalter war wohl von so vielen Leuten selber sehr überrascht, die fünf Polizisten waren mit den ca. 400 DemonstrantInnen überfordert und das interessante war: Die Demo hatte kein richtiges Motto. Man konnte zu Andreas gehen und durch das Mikrophon sagen, warum man heute da ist. Wir haben dann also kurzerhand für Klimagerechtigkeit, gegen die dritte Startbahn, NOlympia2018, für bessere Bildung und natürlich auch Anti-Stuttgart21 demonstriert.
Nach der zweistündigen Tour mussten wir dann erstmal was essen und sind danach gestärkt zu der ersten Veranstaltung des Klimaforums gegangen. Das war eine Paneldiskussion zum Thema „Wie weiter nach Kopenhagen? Neue Strategien für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit“. Neue Strategien bestanden aus einem Mix der alten Strategien: Mehr Aktionen, die Sachlage und Dramatik unserer Zeit in die Köpfe der Gesellschaft bringen, weitere und zielführendere Verhandlungen und „Energiedemokratie“, sprich die Macht der vier großen Energiekonzerne brechen. Die Idee einen sozialen und ökologischen Vertrag mit allen und von allen auszuarbeiten, um so den Menschen das Bewusstsein für „mother earth“ zu geben und ihre Verantwortung für diese, wurde ebenfalls diskutiert.
Auch die Idee eine Zeitung oder einen Fernsehsender zu kaufen wurde aus dem Publikum laut, diese Strategie hat sich jedoch nicht durchgesetzt. Dann schweißte ein Mann noch alle zusammen, indem er sich als Pro-Atomenergie-Mensch outete, was für einen kleinen Tumult sorgte.

Der nächste Tag begann mit einer Blockade vor dem Maritim, das Konferenzzentrum der Verhandlungen. Dort haben wir uns in die Blockade eingereiht und zwei Durchgänge geformt: Einen, der in die Leere führte, das war der Weg des Kopenhagen Akkords und der Weg in das Gebäude hinein zum Cochabamba Accord. Dieser wurde bei der “World People’s Conference on Climate Change and the Rights of Mother Earth” am 22. April in Cochabamba, Bolivien, beschlossen.

Danach sind wir ins Klimaforum gegangen, wo wir den ganzen Tag bei interessanten Workshops waren. Die Bandbreite der Themen ging von „Wie weiter nach Kopenhagen?“ über „Ernährungssouveränität“ bis hin zu alternativen Mobilitätskonzepten und Abkehr von fossilen Ressourcen. Das letzte Panel hatte zum Thema „Wege zu einer glücklichen Gesellschaft“.

Der Samstag begann auch wieder mit einer Aktion „Kohle blockieren – CO2 reduzieren!“. Dort wurden mit allen Mitteln der Blockadekunst der von „Angela Merkel“ und „Norbert Röttigen“ gefahrene Kohle-LKW aufgehalten. Danach machten wir uns auf zur großen Demonstration – ca. 2000 DemonstrantInnen waren vor Ort mit dabei. Es war eine super – laut, bunt, mit tollen Menschen und guten Aktionen, eine perfekte Demonstration an einem perfekten Tag mit tollen Leuten! Nach der offiziellen Demonstration folgten wir der „lila Fahne“ und kamen für eine Spontan-Demo noch mal zusammen. Wir zogen durch Bonn und machten vor einer Tankstelle halt und blieben dort bis die Polizei kam.

Nach dem erfolgreichen Demotag im strahlenden Sonnenschein haben wir den Abend gemütlich beim (vegetarischen) Grillen ausklingen lassen!

Es waren tolle Tage in Bonn und es war gut zu sehen, dass viele Menschen das Thema „Klimapolitik“ bewegt. Leider immer noch zu wenige, die Klimabewegung muss auf eine größere Basis gestellt werden, denn wir haben zu wenig Zeit! Ausführlichere Berichte und Fotos, sowie die Pressemitteilung der GJM zu den Vorverhandlungen findet ihr unter www.gjm.de

Für den Vorstand der GJM

Katharina Schulze