Obwohl Frauen mittlerweile durchschnittlich bessere Schulabschlüsse haben als Männer und erfolgreicher ihr Studium abschließen, sind sie weiter enorm benachteiligt. Bereits beim Berufseinstieg liegen Frauen bei den Gehältern weit hinter den Männern, selbst wenn sie bessere Noten vorweisen können als ihr männlicher Kollege. Eine Frau verdient im gleichen Job und bei gleicher Qualifikation im Schnitt 23% weniger als ein Mann.

Die Grüne Jugend Kreis Fürstenfeldbruck kann eine solche Ungerechtigkeit nicht hinnehmen und machte mit ihrer Aktion am 13.3. 2012 in Fürstenfeldbruck darauf aufmerksam.

Durch Verkleidung in verschiedene ArbeitnehmerInnen-Gruppen versuchten die jungen Leute greifbar zu machen, wo Benachteiligung besonders stattfindet. Zur Unterstützung der Grünen Jugend war auch MdB Beate Walter-Rosenheimer vor Ort. Die Aktion stieß vor allem bei jungen Frauen auf positive Resonanz.

Laura Geßner, Sprecherin der Grünen Jugend FFB macht klar: „Diese Ungerechtigkeiten, die immer noch stattfinden verstoßen gegen unsere Verfassung, denn nach Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Das muss auch für deren Gehälter gelten.“ Sie war als Köchin verkleidet und trug ein Schild um den Hals auf dem stand: „Ich verdiene rund 300 Euro weniger im Monat als mein Arbeitskollege.“

Jan Halbauer, Sprecher der Grünen Jugend, trat als Anwalt mit dem Spruch auf: „300 Euro mehr beim Berufseinstieg als Rechtsanwalt – dabei liefern Frauen doch die gleiche Leistung ab“. Im Businessoutfit gekleidet, pflichtet er Laura Geßner bei: „Es darf nicht sein, dass 94% der Dax-Vorstände mit Männern besetzt sind. Ich fordere auch explizit Männer dazu auf, sich für die Gleichstellung von Mann und Frau einzusetzen. Erwiesenermaßen funktionieren Unternehmen besser, wenn der Anteil von Frauen gleich hoch ist. Wir müssen das Potential gut ausgebildeter Frauen nutzen und fördern.“

Die GF FFB fordert deshalb die Frauenquote in Unternehmen, flexible Arbeitszeitmodelle, den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen, gleichen Lohn für gleiche Leistung im AGG zu verankern und die Abschaffung oder Modifizierung der Steuerklassenkombination III und V (Ehegattensplitting), die besonders Frauen wegen der hohen Grenzsteuerbelastung in ihrer Erwerbstätigkeit einschränkt.

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