Veranstaltungen der Mutterpartei sind ein neues Feld für mich – obwohl ich seit bald 3 Jahren bei der GRÜNEN JUGEND Bayern aktiv bin, bin ich erst seit ein paar Wochen Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Als Teil des Landesvorstands war ich nun trotzdem schon öfter auf den Parteitagen der Grünen Bayern, vor allem auf Landesdelegiertenkonferenzen. Und obwohl auf solchen Treffen viel passiert – beim letzten Mal sogar die Wahl des Landesvorsitzenden – scheint sich ein Thema immer wieder in das Bewusstsein einiger Menschen zu schleichen: Wie inklusiv sind solche Veranstaltungen eigentlich? Wer kann es sich eigentlich leisten, zu solchen Veranstaltungen zu fahren? 

Halle voll – Teller leer?! 

Ich als Schülerin hätte nicht das Geld dazu, mir zwei Tage lang zwei bis drei Mahlzeiten für jeweils 12€ zu finanzieren, hätte ich nicht Eltern, die mich unterstützen – und genau so geht es Alleinerziehenden, Menschen in Ausbildung, Studierenden, Menschen mit knapper Rente und noch so vielen mehr. Doch anstatt dieses Problem anzugehen, werden Anträge auf vegane Verpflegung gestellt. Mir ist es doch egal, ob das essen vegan, vegetarisch oder mit Fleisch ist, wenn ich es mir sowieso nicht leisten kann! 
Nicht jeder Mensch kann Geld für Anfahrt und Hotel aufbringen, im Wissen darüber, dass die Erstattung erst Wochen später geschieht. Trotzdem kommen immer mehr Menschen auf Veranstaltungen der Grünen. Doch leider bleibt trotz des Wahlerfolgs im vergangenen Jahr die Vielfalt der Menschen aus: oft Akademiker*innen mit gutem Gehalt und jemandem, der zu Hause auf die Kinder aufpasst. 

Solidarität – über den eigenen Teller hinaus!

Wir wissen, dass Catering oft an gemietete Hallen gebunden ist, aber Lösungsansätze gibt es viele: Subventionen des gesamten Angebots, nicht nur für Bio-Fleisch. Solipreise, für alle, die etwas mehr geben können. Anträge auf Essenspauschalen auch für nicht-Delegierte. 
Wir wissen, dass Anreisen und Hotels teuer sind, aber warum zahlt diese nicht der KV sofort bei der Buchung und nicht erst im Nachhinein? 
Nur mit diesen Ansätzen kriegen wir mehr Diversität auf unsere Veranstaltungen, nur so kommt mehr alt und jung, mehr Arbeiterin statt Akademiker, mehr Gruppen, die wir sonst bei den Grünen so schmerzlich vermissen. 
Wir sollten weiter denken, anstatt bis an das Grün auf unserem Teller: Denn Grün heißt immer auch Sozial, Solidarisch und Gerecht – egal ob global oder auf unseren eigenen Veranstaltungen. 
Dieser Text wurde verfasst von Jannika.