Zum zweiten Mal lud die GRÜNE JUGEND Augsburg zum Tanz – wortwörtlich. Die Konzertreihe „Wohnzimmer Kultur“, die im Sommer ihre Premiere gefeiert hatte, ging am 16. Januar 2010 in Runde zwei. Mit Live-Musik wurde in der Altstadtkneipe Striese für 150 Leute ein toller Abend geboten.

Zwar mussten die Veranstalter_innen zunächst mit etwas schwierigeren Startbedingungen kämpfen (der Inhaber des Striese hatte gleichzeitig einen 65. Geburtstag in die Kneipe gelegt, was natürlich nicht so ganz ins Konzept passte), dann aber begann sich der Abend in sehr, sehr positiver Weise zu entwickeln. Die erste Gruppe, Griswold, schon bei on3-Südwild aufgetreten, gab dem Abend mit ihrer Version des Folk-Pop einen schönen Anfang. Die Band, die ihre Songs nebst der klassischen Bandbesetzung auch mit einem Saxofon interpretiert, spielte, wie alle anderen Gruppen auch, ungefähr eine halbe Stunde, ansonsten wäre der Abend zeitlich nicht zu schaffen gewesen. Denn schon wollte Gruppe Nummer 2 auf die Bühne: Kölbenkoopf boten etwas lautere (für so manchen der alten „Gäste“ zu laute, die Musik musste zweimal leiser gedreht werden) Grunge-Musik und zogen das Publikum so sehr auf ihre Seite, dass so mancher einen Kloß im Hals spürte, als die Gruppe am Ende des Konzertes verkündete, dies sei das letzte ihrer Konzerte gewesen, man werde sich jetzt auflösen. Doch für Tränen war nicht lange Zeit. Schon stand ja die nächste Formation auf der Bühne, Unicova nennt diese sich. Auch hier wurde, wie schon bei Griswold, gefolkt, wobei die Band normalerweise gar nicht so ruhig auftritt – der Auftritt war „unplugged“. Und superb. Der nächste Auftritt dann: Boy meez Girl (die Gruppe wurde zwar unter anderem auf der Homepage der örtlichen GRÜNEN JUGENDen als „Josephine“ angekündigt, es stellte sich aber heraus, dass diese die andere Band des selben Bandleaders ist). Zum Teil laut, zum Teil leise, getragen von einer Sängerin, die zu stimmlicher Hochform auflief, ein weiteres Glanzlicht. Wie auch die abschließend aufspielende Band, der Medusa Rock Club. Zunächst mit Songwriter Pascal Zimmer alleine auf der Bühne, schrammelte man dann im Duett auf den Klampfen. Und das wirklich sehr toll. Kaum zu glauben, dass der Ursprungsort dieser Band das beschauliche Thannhausen ist.

Und die Politik? Kam auch nicht zu kurz. Am eigens eingerichteten Infostand stand man jeder_m, der Interesse anmeldete, Rede und Antwort, jede_r bekam eine Einladung zum nächsten GJ-Treffen. Und Grastütchen gabs auch.

von Jakob Wunderwald