Wernher von Braun, nach dem eine Fürstenfeldbrucker Straße benannt ist, war im Dritten Reich verantwortlich für die Produktion der V2-Raketen. Bei der Herstellung dieser Waffen wurden zehntausende KZ-Häftlinge getötet. „Von Braun hat das billigend in Kauf genommen. Er hat selbst Häftlinge ausgesucht. Und er hat nichts getan, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.“, so der Sprecher der Grünen Jugend Fürstenfeldbruck Jonas Pauli.

Etwa 20.000 KZ-Häftlinge wurden beim Raketenbau nach dem nationalsozialistischen Konzept „Vernichtung durch Arbeit“ umgebracht. Er war Mitglied der NSDAP und der Waffen-SS und hatte „niemals moralische Bedenken“, denn ihm ging es darum die „goldene Kuh zu melken“ (Zitate Wernher von Braun).

„Amoralischen Opportunismus“ attestiert deshalb auch Michael Neufeld, Raumfahrthistoriker im National Air and Space Museum in Washington dem Raketeningenieur in seiner 700 Seiten starken Biographie „Wernher von Braun: Visionär des Weltraums – Ingenieur des Krieges“.

Doris Breitenreuter, Sprecherin der Grünen Jugend Fürstenfeldbruck, sieht das ähnlich: „Wernher von Braun war ein gnadenloser Opportunist, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit genutzt hat, um aufzusteigen und die Karriereleiter zu erklimmen. Aus diesen Gründen verbiete sich im staatlichen Raum seine öffentliche Ehrung.“

Die Stadt Fürstenfeldbruck hat eine historische Verantwortung den Opfern des NS-Regimes und sich selbst gegenüber. Wir fordern deshalb den Fürstenfeldbrucker Stadtrat auf, sich umgehend für eine Namensänderung der Straße einzusetzen. Die Grüne Jugend Fürstenfeldbruck schlägt deshalb in diesem Zuge vor, die Straße in Anne-Frank-Straße umzubenennen.

zuerst erschienen auf: http://www.gj-ffb.de/