Zum Beginn der allgemeinen Volkszählung Zensus 2011 erklärt die Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND Emily Büning:

„Aufgrund der unbefriedigenden Lage rund um den Zensus 11 und die erschreckend hohe Unwissenheit vieler BürgerInnen ruft die GRÜNE JUGEND im Rahmen des Zensus Bündnisses dazu auf, möglichst viele Menschen über den Zensus zu informieren und aufzuklären.Ab heutewerden neben der bereitspostalischen abgefragten Daten im Rahmen des Zensus 2011 als DatensammlerInnen von Tür zu Tür gehen und jedeN ZehnteN nach persönlichen Daten, wie zum Beispiel die Religionszugehörigkeit befragen.Wir sehendieseBefragung der Privathaushalte durch Drittesehr kritisch. Die Sicherheit aller gesammelten Daten kann nicht gewährleistet werden, sodass die durch den Zensus 2011 zusammengestellten gesamten Persönlichkeitsprofile von Menschen in Gefahr sind. Das ist nicht akzeptabel. Die Daten müssten, wenn überhaupt anonym erhoben und gespeichert werden. Zudem werden die DatensammlerInnenohne weitergehende Überprüfung ihrer Person oder ausreichende Schulung für diese Arbeit zugelassen, sodass immer wieder rechte Gruppen ihre Mitglieder dazu aufgerufen haben, sich als VolkszählerInnen zu melden, um die Daten abzugreifen, da die Fragebögen erst nach einigen Tagen von den Samelnden bei den Behörden eingereicht werden müssen. Ihre Sicherheit ist damit noch weiter gefährdet. Es ist außerdem bekannt geworden, dass dort, wo sich nicht genügend Menschen freiwillig gemeldet habenu.a. LehrerInnen und Studierende zum Sammeln der Daten gezwungen werden. Das können wir nicht hinnehmen.

Wir verurteilen den Zwang, alle Fragenkorrekt und in geforderter Artbeantworten zu müssen. BürgerInnen, die sich dessen weigern, müssen mit Sanktionen rechnen und werden in mehrmaligen Verfahren gezwungen, die Informationen preiszugeben. Die Angabe persönlicher Daten ist für uns keine BürgerInnenpflicht. Sie dürfen nur auf freiwilliger Basis eingeholt werden.

Seit Ende letzten Jahres werden in Deutschland durch verschiedenste Stellen im Rahmen der Volkszählung 2011 Daten gesammelt und zusammengeführt. Neben der Erfassung von Daten der unter anderem Haus- bzw. WohnungsbesitzerInnen so wie allen Häftlingen der deutschen Justiz und allen in Wohnheimen lebenden Studierenden werden ab heute auch stichprobenartig die Daten privater Haushalte im gesamten Bundesgebiet gesammelt.Die bei diesen Sammlungen abgefragten Daten gehen über die von der EU geforderten Standards weit hinaus. Bei der Befragungist es wichtig herauszustellen, dass nur ausgewiesene Personen des Zensus Programms diese durchführen dürfen und die Befragten nicht verpflichtet sind, die Fragen direkt zu beantworten oder die MitarbeiterInnen des Zensus in ihre Wohnräume zu lassen. Auch eine Befragung via Telefon kann als Betrugsversuch gewertet werden und sollte umgehend gemeldet oder vermieden werden.“