Alle Jahre wieder, könnte man hier schreiben, wären sie nicht so weit vor Weihnachten gewesen. Bei den Winterklausuren der GRÜNEN JUGEND Schwaben, versammeln sich Junggrüne vom Bodensee bis zum Donau-Ries im Naturfreundehaus Freibergsee oberhalb von Oberstdorf und arbeiten an ihren politischen Visionen. So auch dieses Jahr, vom 6. bis 8. November 2009 traf mensch sich unter dem traumhaften Nebelhorn-Panorama, und das Programm war prall gefüllt.

Nach zum Teil ewigen Zugfahrten, traditionellem Kässpätzle-Essen, obligatorischer Vorstellungsrunde und wilden Diskussionen am Freitagabend ging am Samstag gleich nach dem Frühstück die thematische Arbeit los. Als Überthema hatte mensch sich „Bildung“ gewählt, also kam auch das Thema des ersten Workshops aus diesem Themenkomplex.

Mit Thomas Gehring, MdL, wurden Vor- und Nachteile des Modells „Gemeinschaftsschule“ erörtert, natürlich mit dem daraus folgenden Schluss, dass diese Schulart wohl die sinnvollste ist und bleibt, bei ihrer Einführung aber so einiges an Stolpersteinen überwunden werden muss.

Beim zweiten Workshop am Nachmittag wurde dann etwas vollkommen anderes behandelt: Agnes Krumwiede, frisch in den Bundestag gewählt, und Slut-Schlagzeuger Matthias Neuburger hielten ihren Beitrag zum Thema „Unterdrückung und ihre Folgen“, also ging es darum, wo die Gründe von Jugendgewalt liegen und was für Auswege man finden kann. Dazu stellte Matthias zunächst das Projekt „Boomtown Raps“ vor, welches, von ihm mitorganisiert, jungen Leuten in Ingolstadt über Musik, über HipHop, über Texte eine neue Perspektive bietet.
Anschließend regte Agnes eine Art Impro-Theater an, bei dem die zunächst verunsicherten, dann begeisterten GJler_innen Situationen der Unterdrückung, die sie in ihrem Leben durchgemacht haben, nachspielen sollten. Mit komischen, aber auch nachdenkenswerten Folgen.

Der Tag wurde dann beschlossen mit einem komplett außerthematischen Workshop, bei dem sich zwei Mitglieder der Piratenpartei Fragen von Jung- und Altgrünen (die ihre Klausur gleichzeitig am gleichen Ort veranstalteten) stellten. Daraus zogen alle ihre Erfahrungen, am Ende hatte jeder etwas neues erfahren.

Sonntag schließlich war der Tag der Vorstandswahl. Nachdem der gesamte alte Vorstand zurückgetreten war, mussten komplett neue Leute gewählt werden. Allerdings gelang dies nicht vollständig. Aufgrund fehlender weiblicher Bewerberinnen musste der Vorstand unquotiert bleiben.
Der neue Vorstand besteht nun aus zwei Sprecher_innen und einem Kassierer. Sprecherin ist die Schülerin Lisa Neulist aus Neu-Ulm, zum Sprecher gewählt wurde Jakob Wunderwald vom KV Augsburg und ums Geld sorgt sich nun Felix Neutatz, ebenfalls vom KV Augsburg.
Und dann war es auch schon wieder gekommen, alle bestiegen wieder ihre Züge, und die Arbeit geht weiter…

von Jakob Wunderwald