Am 12. März gab es wieder eine Menschenkette gegen Atomkraft. Diesmal war sie besonders lang, und zwar umfasste sie die Strecke zwischen dem Baden-Württembergischen Atommeiler Neckarwestheim und der Landeshauptstadt Stuttgart.
Mit Greenpeace zusammen nahmen wir den Zug um halb 11. Nicht wie die meisten WürzburgerInnen die schon früher zum Bayern-Treffpunkt nach Bietigheim fuhren. Wir gönnten uns zwei Stunden Schlaf mehr. Während wir Richtung Menschenkette fuhren sahen wir die Bilder der Explosion von Fukushima I, das war ein komisches Gefühl.
Am Bahnhof in Bietigheim angekommen sahen wir schon eine kleinere Versammlung an Leute die mit uns die Kette nach Stuttgart schließen wollten. Wir rollten unser am Vortag gemaltes Banner aus mit dem Schriftzug „Muss denn erst wieder eins explodieren?“ und tackerten unser optionales Plakat „JApan“ dran. Kurz darauf trafen wir Karl, mit dem wir uns einen freien Platz an der Strecke der Menschenkette suchten.
Eine gute Stunde später schloss sich die Kette. Wobei dies nicht gerade einfach war, da einige Leute aufgerückt waren, um einen andren Teil der Kette zu schließen. So hielten wir uns mit ausgestreckten Armen an Fahnen und Schals verbunden um die Lücke in der Menschenkette zu schließen. Eine gute halbe Stunde später nach vielem rufen wie „Abschalten!“ und „Mappus weg!“ sowie einigen Laola-Wellen löste sich die Menschenkette auf.
Nun ging es mit dem Zug weiter nach Stuttgart, wo die Abschlusskundgebung stattfinden sollte. Dort trafen wir eine große Menschenmenge an: Der ganze Platz war voll, was sehr erfreulich war. Unser Banner war ein so beliebtes Fotomotiv, das wir nur für wenige Minuten Gelegenheit hatten, unsere Arme auszuruhen ;). Selbst Franz Alt, der gerade ein Interview geben wollte, sprach uns auf das Banner an. Gegen 20 Uhr kamen wir müde, aber zufrieden mit dem Tag, am Würzburger Bahnhof an. Ursprünglich waren 20.000 bis 40.000 Menschen erwartet worden. Gekommen waren aber 60.000!!! Für uns bedeutet das: es gibt immer mehr Mitstreiterinnen und Mitstreiter für den Ausstieg aus der Hochrisikotechnologie Kernkraft.
Atomkraft? Nein Danke!!!

von Tilman

(zuerst veröffentlicht für GJ Würzburg: http://gj-wuerzburg.de/?p=174)