In diesen Tagen wird zum zweiten mal in Bayern das „Büchergeld“ als Pflichtabgabe zum Schulbesuch eingezogen. Dieses Büchergeld beträgt für Grundschülerinnen und Grundschüler 20 Euro, für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen 40 Euro. Diese Abgabe soll, laut der bayrischen Regierung, die Versorgung der Schülerinnen und Schülern mit Lehrmitteln, hauptsächlich mit Büchern, sichern.

„Nach einem Jahr Büchergeld in Bayern hat sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Neben dem bis zu 30 Jahre altem Lehrmaterial, welches weiterhin zum Einsatz kommt, sind auch noch die Kommunen leidtragende dieses politischen Wahnsinns. So übersteigen die Verwaltungskosten vielerorts die Einnahmen. Und wer ist hier der Gewinner? Die bayerische Staatsregierung. Diese wiederum schweigt und freut sich über ihre Mehreinnahmen.“, so Matthias Fleischer, Sprecher der Grünen Jugend Bayern.

Spätestens seit den letzten PISA Studien ist klar, dass in kaum einem anderen Land Europas die soziale Selektion durch das Bildungssystem so ausgeprägt wie in Deutschland ist. Die Bildungschancen materiell schlechter gestellter Familien sind insbesondere in Bayern auf niedrigstem Stand.

Daniel Eichler, Beisitzer im Landesvorstand der Grünen Jugend Bayern, ist über die Praxis der Gebührenerhebung empört: „Der bayerische Staat bricht damit Artikel 26 der Menschenrechte! Diese Menschenrechte sind für alle UN Mitgliedsstaaten verbindlich, gerade auch für den Freistaat Bayern, der sich gerne als Gipfelkreuz der Freiheit darstellt.“

Sabine Ponath, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, fügt hinzu: „Die Fakten aus PISA Studie und aus dem Bildungsbericht sind alarmierend. Doch anstatt dem entgegenzuwirken, wird die soziale Selektion durch die blinde Gesetzgebung der Landesregierung noch verstärkt.“ Die Grüne Jugend Bayern fordert die Verantwortlichen dazu auf dieses unsoziale, selektierende Gesetz sofort zu revidieren, damit allen Kindern in Bayern die Chancen nicht noch weiter unnötig verschlechtert werden.