Der offenbar mit Scherzen wenig vertraute Innenminister Joachim Herman hat auf die provokant gefälschte Pressemitteilung des Bayerischen Innenministeriums zur Asylpolitik vom letzten Dienstag mit erschreckendem Zynismus reagiert. Wörtlich lässt der Minister erklären: „Der Hungerstreik in Hauzenberg und Breitenberg war eine Farce.“

„Wer so über das letzte friedliche Mittel des Protest faktisch internierter Asylbewerber herzieht, um sich einer scherzhaft gefakten E-Mail zu erwehren, der dementiert nicht einfach bloß, sondern schlägt der Menschlichkeit ins Gesicht.“ Meint Florian Sperk (Sprecher der Grünen Jugend Bayern) und erläutert: „Die Verfasser der gefälschten Pressemitteilung haben offenbar ins schwarze getroffen mit ihrem Gebot der Menschlichkeit. Die völlig skrupellose Reaktion des Ministers lässt tief blicken. Herman ist beschämend.“

In Hauzenberg und Breitenberg hatten 15 Asylbewerber Anfang des Monats beschlossen in Hungerstreik zu treten, um für ihr Recht Arbeit annehmen zu dürfen und ihre Freiheit zu demonstrieren. Es ist schlimm genug für bayrische Bürger, die sich an Werte gebunden fühlen, dass im angeblich weltoffenen Bayern Menschen mit oft sehr harten und bitteren Lebensumständen gezwungen sind, Jahre in Sammelunterkünften zu zubringen. Darunter sind auch Minderjährige. Das aber ein zuständiger Minister sich noch über ihre Versuche, die Öffentlichkeit über ihr Schicksal aufzuklären, so zynisch, geradezu unmenschlich äußert, ist gerade für eine christlich-soziale Partei beschämend.

„Die entwürdigende Praxis der bayrischen Asylpolitik thematisieren wir Grünen seit Jahren,“ erläutert Eva Pumpurs (Sprecherin der Grünen Jugend Bayern) und fügt hinzu: „Unsere und die Anstrengungen der verschieden Flüchtlingsorganisationen sind angesichts solcher Skrupellosigkeit bitter nötig.“