Temelin darf nicht zum zweiten Tschernobyl werden

Anlässlich des 15. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April hat die Grüne Jugend Bayern vor den Gefahren durch den tschechischen Pannenreaktor in Temelin gewarnt. Das Atomkraftwerk Temelin müsse unverzüglich stillgelegt werden, bevor es zum zweiten Tschernobyl werden. Als Stromkunde habe es jeder einzelne in der Hand, durch einen Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter die Stilllegung von Temelin zu beschleunigen. Das tschechische AKW liegt nur wenige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt. Aufgrund immer neuer technischer Probleme musste Temelin wiederholt abgeschaltet werden. Der Sprecher der Grünen Jugend Ludwig Hartmann:

„Die Katastrophe von Tschernobyl hat vielen Menschen klar gemacht, dass die Atomkraft kein Segen, sondern ein Fluch ist. Es gibt nur eine richtige Konsequenz: Raus aus dieser Technik, rein in risikoarme Technologien wie die erneuerbaren Energien.“

Zwar sei die Atomkraft in Deutschland ein Auslaufmodell, doch solange das Nachbarland Tschechien auf Atomkraft setzt, sei ein Ende der Bedrohung nicht in Sicht. Die Verantwortung für den Betrieb von Temelin liege nach Ansicht von Hartmann bei der tschechischen Regierung, aber auch beim deutschen Stromkonzern e.on, der Strom aus Temelin importiere. Die Sicherheit der Bevölkerung im Einzugsbereich spiele in der Kalkulation von e.on keine Rolle.

Da der Stromversorger die berechtigten Ängste nicht ernst nehme, müssen nach Ansicht von Katrin Schmidberger, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, die Bürgerinnen und Bürger ihre Macht als Verbraucher einsetzen und e.on boykottieren. Durch den Wechsel des Stromversorgers hin zu einen Ökostrom-Anbieter könne jeder sofort und ohne großen Aufwand seinen persönlichen Atomausstieg vollziehen.