Am vergangenen Wochenende kamen in Würzburg etwa 80 junge Grüne aus ganz Bayern zum 37. Landesjugendkongress der GRÜNEN JUGEND Bayern zusammen.


Matthias Ernst, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Bayern, fasst den Kongress zusammen: „Bildung und Wissen sollen für uns nicht nur zum Zwecke der Berufsausübung da sein, sondern zuerst der Erweiterung des eigenen Horizonts und Reflektion der eigenen Verhältnisse dienen. Daher muss die Möglichkeit der Weiterbildung allen Menschen kostenfrei und barrierefrei zur Verfügung stehen. Bildung ist keine Ware!

Eva Lettenbauer, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Bayern, ergänzt: „Aus aktuellem Anlass fordern wir die Neuanstellung von mindestens 1000 Lehrer*innen und pädagogischem Fachpersonal, eine rechtssichere Bleiberechtsregelung für Geflüchtete während einer Berufsausbildung und uneingeschränktes Arbeitsrecht für alle Asylsuchenden! Auch appellieren wir eindringlich an alle grünmitregierten Länder ein Maßnahmenpaket, das auch auf das Konzept der sicheren Herkunftsländer baut, abzulehnen. Geflüchteten aus allen Staaten muss das uneingeschränkte Recht auf Asyl zustehen!“

Unter dem Titel „Chancen bilden, Wissen schaffen“ ging es um das Schwerpunktthema Ausbildung, Weiterbildung und Wissenschaft. Um die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung zu verbessern, sollen Gebühren abgeschafft und die Ausbildungsvergütung auf ein mindestens existenzsicherndes Niveau angehoben werden. Bei einer rein schulischen Ausbildung wird ein elternunabhängiges Bafög gefordert, dass nicht zurückgezahlt werden muss. Außerdem sollen unabhängige Institutionen für die Betreuung und das Abnehmen der Prüfungen in der dualen Ausbildung geschaffen werden, um die Doppelfunktion und den Interessenskonflikt der Kammern zu beenden. Damit lebenslanges Lernen für alle Menschen möglich ist, wurde beschlossen, dass alle staatlichen Weiterbildungsangebote kostenfrei sein müssen und es einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Bildungsurlaub geben muss. Im Bereich der Wissenschaft sprach sich die Versammlung für die verpflichtende Einführung von Zivil- und Transparenzklauseln aus. Forschung solle dem Frieden dienen und nicht zur Vorbereitung von Krieg missbraucht werden. Um die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft zu beenden, fordert die GRÜNE JUGEND Bayern, dass innerhalb der nächsten zwanzig Jahren der Professorinnenanteil auf mindestens die Hälfte steigen muss. Begleitend sollen die Stellen der Frauenbeauftragten gestärkt werden.

Auch zur aktuellen Debatte um Asylpolitik positionierten sich die Junggrünen. Sie fordern die Neuanstellung von mindestens 1000 Lehrer*innen, Pädagog*innen, Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen, um allen Geflüchteten nach ihrer Registrierung sofort vollumfänglichen Zugang zu vorschulischer Betreuung bzw. schulischer oder beruflicher Bildung garantieren zu können. Außerdem sollen Geflüchtete, die eine Ausbildungsstelle erhalten haben, diese Ausbildung absolvieren können und danach eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis bekommen. Auch müssen Asylsuchende uneingeschränktes Arbeitsrecht erhalten. Desweiteren dankt die GRÜNE JUGEND Bayern allen ehrenamtlich tätigen Menschen. Ohne deren Engagement wäre schnelle und unbürokratische Hilfe an vielen Stellen nicht möglich. Doch darf ehrenamtliche Arbeit staatliche vollumfängliche Bildungsangebote nicht ersetzen, sondern muss vom Freistaat Bayern durch die Schaffung von mindestens einer Vollzeitstelle je Landkreis unterstützt und koordiniert werden.