Am vergangenen Dienstag beschloss der Sozialausschuss des Augsburger Stadtrates einstimmig, zu prüfen, ob die „Halle 116“, ein ehemaliges KZ-Außenlager auf dem Gelände der Sheridan Kaserne, in dem schon seit längerer Zeit eine Gedenkstätte geplant war, zusätzlich zu einem Wohnheim für Asylsuchende ausgebaut werden kann.

Anna Schmidhuber, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern kommentiert: „Dieser Beschluss, der auch von der Stadtratsfraktion der Grünen mitgetragen wurde, ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. An einem Ort, der Teil der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie gewesen ist, Asylbewerber*innen unterzubringen und darin auch noch einen „Sieg über den Faschismus“ zu sehen ist völlig geschichtsvergessen und nicht akzeptabel.“

Korbinian Gall, Sprecher der Grünen Jugend Bayern fügt hinzu: „Ich sehe eine Normalisierung eines Orts des Nazi Verbrechens sehr problematisch. Hinzu kommt die Scheinheiligkeit des Projekts. Sowohl die Unterbringung von Asylsuchenden als auch das Gedenken an das NS-Regime haben keine halben Sachen verdient. Das Vorgehen der Stadt Augsburg ist ein fauler Kompromiss. Asylbewerber*innen brauchen dezentrale Unterbringung und Gedenken braucht mehr als nur ein Untergeschoss.“