Für den Landessprecher der Grünen Jugend Bayern Matthias Fleischer ist der Pseudo-Gesetzesentwurf von Innenminister Beckstein zur sog. „Killerspiel-Debatte“ nicht mehr als heiße Parolenluft, sowie ein Akt der Niveaulosigkeit, mit dem auf Augenhöhe mit der Stammtischkante Hetze gegen einen jugendkulturellen Trend geschürt werden soll: „Erst waren es Comics, dann kam Rock Musik und jetzt sind es die bösen Computerspiele, die unsere Jugendlichen verderben und zu gefühllosen Gewaltmaschinen machen! Was hier geführt wird ist keine Sachdebatte, welche das Problem effektiv an der Wurzel anpackt. Stattdessen wird ein Sündenbock ernannt, damit man ja nicht den Fehler bei sich in den eigenen vier Wänden der „gemeinen Gesellschaft“ suchen muss. Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hin zur Medienzensur!“ Mit dem Pauschalverbot von Ego-Shootern per Gesetz will Beckstein von seiner eigenen Unfähigkeit, die Problematik der Jugendgewalt zu mindern, ablenken. Er macht dabei nur eins vorbildlich: er beliefert die konservative Stammwählerschaft mit neuen Hau-Drauf-Parolen. Zudem existieren bereits genügend gesetzliche Rahmenbedingungen, um Medien, welche einen ausschließlich gewaltverherrlichenden Inhalt verfolgen, von Jugendlichen fern zu halten. Fleischer:„Die Beckstein’sche Beratungsresistenz wird mehr und mehr zu einer richtigen Gefahr für Bayern. Herr Innenminister, kommen Sie endlich im 21. Jahrhundert an, oder lassen Sie es bleiben!“

Die Problematik der Jugendgewalttätigkeit hat ihre Wurzeln nicht im freien medialen Konsum, sondern meist im sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen, sowie im Umgang mit Gewalt im Elternhaus. Es bedarf einer Stärkung der Medienkompetenz im schulischen Rahmen. Nur dadurch werden Jugendliche an einen freien, kritischen und selbstreflektierenden Medienkonsum herangeführt. Auch die finanzielle Unterstützung von Jugendbetreuungs- sowie Streetworkerprogrammen, die vor allem die sozialen Kompetenzen fördern, dürfen nicht weiter gekürzt, sondern müssen stärker als bisher gefördert werden.