Mit Spannung blickt die Grüne Jugend (GJ) auf den bevorstehenden Landesparteitag der bayerischen Grünen. Dieser soll am kommenden Samstag in Augsburg das Wahlprogramm für die Landtagswahl verabschieden.

Hierzu hat die Grüne Jugend diverse Änderungsanträge eingebracht. So will sie beispielsweise das Wahlalter auf allen Ebenen – also nicht nur in den Kommunen – auf 16 Jahre senken. „16- oder 17-Jährige sind politisch genauso interessiert oder desinteressiert wie 18-Jährige“, meint Julia Baßler, Landesvorstandssprecherin des grünen Jugendverbandes. „Um das Interesse der Jugendlichen an Politik zu wecken, muss man ihnen Mitbestimmung geben und sie nicht auf die Zeit mach dem 18. Geburtstag vertrösten. Ihnen diese Mitbestimmung nur auf kommunaler Ebene zu geben, halte ich für falsch. Wer kumulieren und panaschieren kann, kann auch bei der Landes- oder Bundestagswahl sein Kreuzchen machen.“

Zum schulpolitischen Teil des Wahlprogramms hat die Grüne Jugend einen kompletten Alternativentwurf eingebracht. „Wir sehen Bildungspolitik aus der Perspektive junger Menschen. Deshalb haben wir andere Schwerpunkte gesetzt als die grüne Programmkommission,“ erklärt Landesvorstandssprecher Christoph Wiedemann.

Für heftige Diskussionen auf dem Parteitag wird die Forderung nach einer „integrativen und allgemeinen Schule“ sorgen. „Im bayerischen dreigliedrigen Schulsystem wird zu viel selektiert und zu wenig gefördert,“ kritisiert Wiedemann. „Wir orientieren uns am PISA-Sieger Finnland und streben langfristig einen kompletten Systemwechsel an. Wir wollen unsere Mutterpartei ermutigen, auch in der Bildungspolitik klare und mutige Alternativen zur CSU zu benennen.“ Im Entwurf der Programmkommission ist bisher nur von einer „gemeinsamen sechsjährigen Schulzeit für alle“ die Rede.

Weitere Kernforderungen des GJ-Antrags zur Bildungspolitik sind die nach einem verpflichtenden Vorschuljahr und mehr Ganztagsschulen, nach anderen Unterrichtsmethoden und einer praxisnäheren LehrerInnenausbildung sowie nach mehr Demokratie an den Schulen.

Julia Baßler blickt mit Zuversicht auf das kommende Wochenende: „Wir hoffen, dass unsere Anträge eine Mehrheiten finden, und erwarten, dass dieser Parteitag Aufbruchstimmung signalisiert.“