Bisher gibt es in Bayern Semestertickets in Würzburg, Augsburg, Bayreuth/Hof, Rosenheim, Bamberg und Landshut. An einigen weiteren Hochschulstandorten, wie zum Beispiel in Regensburg, finden derzeit Verhandlungen über die mögliche Ausgestaltung eines Semestertickets statt.

In München haben jetzt vom 21.11.- 02.12. die Studierenden an den drei großen Hochschulen die Möglichkeit, über die Einführung eines Semestertickets abzustimmen. Das vorgeschlagene Modell beinhaltet einen Sockelbeitrag von 59€ pro Semester, den alle Studierenden zahlen müssen und dafür abends und an Wochenenden den öffentlichen Nahverkehr im MVV-Netz nutzen können. Zusätzlich ist es nach diesem Modell möglich, für 141€ pro Semester ein vollständiges Ticket zu kaufen, das zu jeder Tages- und Nachtzeit im Gesamtnetz gültig ist.

Dazu erklärt Anna Schmidhuber, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern, „Es ist wichtig, für Studierende eine kostengünstige Möglichkeit zu schaffen, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Sehr viele Studierende müssen auf dem Weg zur Uni öffentliche Verkehrsmittel nutzen, was momentan für diejenigen, die außerhalb der Innenstadt wohnen oder studieren eine hohe finanzielle Belastung bedeutet. Studierende müssen häufig auch noch Unterkunft, Lebensunterhalt und Lernmittel finanzieren. Um das zu leisten, müssen viele parallel zum Studium arbeiten, was sie in der Konzentration auf ihr Studium behindert.Bildung aber ist ein grundlegendes Recht, von dem niemand durch finanzielle Hürden ausgeschlossen werden darf!“

„Die Modelle für Semestertickets, die derzeit in Bayern bestehen bzw. in Planung sind, sind ein Schritt in die richtige Richtung, reichen jedoch nicht aus.“, ergänzt Florian Wilsch, Sprecher der Grünen Jugend Bayern, „Gerade ein Modell aus Sockelbeitrag und Aufpreis ist hauptächlich eine Umverteilung zwischen den Studierenden. Wir setzen uns deshalb für ein Semesterticket nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens ein, das von der Landespolitik forciert und unterstützt wurde und mit dem Studierende landesweit Regionalzüge und Angebote der Verkehrsverbünde ohne weitere Zuzahlungen nutzen können. Um solche Angebote zu schaffen, ist eine Beteiligung des Freistaats unerlässlich.“