Wie jedes Jahr versammeln sich am 20. Mai wieder 200 Alt- und Neonazis in der Gemeinde Schliersee im Bayerischen Oberland, um ihren „verstorbenen Kameraden“ des Freikorps-Oberland zu Gedenken, die „ehrenvoll“ gefallen seien. Dabei werden unter dem Deckmantel der Traditionspflege und des Totengedenkens die schwarz-weiß-roten Flaggen wieder hervorgekramt und Lied“gut“ wie die erste Strophe des Deutschlandliedes preisgegeben. Nach Ende des Ersten Weltkriegs war das „Freikorps-Oberland“ an den marodierenden Freischärlerzügen anderer Freibrigaden beteiligt und wurde nach Hitlers Machterschleichung in die SA eingegliedert.
Die Grüne Jugend Bayern spricht sich gegen solche und ähnlich Gedenkfeiern aus, zu deren Klientel meist nicht die Familienangehörigen der Gefallen gehören, sondern vielmehr Rechtsextreme aller Coleur. Bei solchen Veranstaltungen wird der Tod der Soldaten für politische Ziele missbraucht. Der letzte Gedanke, der diesen Menschen im Moment ihres Todes in den Kopf stieg war jedoch viel mehr der an ihre Familien und Freunde, als der an das Vaterland.
Die Grüne Jugend Bayern fordert daher ein künftiges Verbot solcher Gedenkfeiern: „Man sollte die Gefallenen ruhen lassen, anstatt sie ein zweites Mal zu ermorden!“, fordert Sina Doughan aus dem Landesvorstand der Grünen Jugend Bayern.