Seit dem 31. März 2009 ist es in ganz Bayern nicht mehr möglich Fahrräder kostenfrei in Zügen der Deutschen Bahn mitzunehmen. Schon seit Jahren werden Verträge über die kostenlose Fahrradmitnahme zwischen der der Bahn AG und den Landkreisen gekündigt. Von der neuerlichen bayernweiten Regelung sind vor allem Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende betroffen. Vor allem Jugendliche leiden besonders unter den hohen Kosten, weil sie in ländlichen Regionen alternativlos auf die Bahn angewiesen sind.
„Die verantwortungslose und kurzsichtige Preispolitik der Deutschen Bahn hat sich inzwischen zu einem nicht zu unterschätzendem Problem für weite Teile der ländlichen Bevölkerung entwickelt“, kritisiert Dr. Anton Hofreiter, MdB, und erläutert: „Die vielfachen zusätzlichen Belastungen für die Bevölkerung werden vom Staatsunternehmen Bahn nicht mehr berücksichtigt, vielmehr wird auf diesem Weg die Bahn und damit der Staat zu einer weiteren Belastung für Familien, Jugendliche und junge Erwachsene.“

Beispielsweise im Raum Rosenheim, mit seinen zahlreichen Schulen, steigen die Schülerinnen und Schüler daher auf Alternativen um. Der Schulweg ist aber oftmals zu lang, um zu Fuß zugehen oder mit dem Rad zu fahren. So bedienen sich viele Schüler und Schülerinnen motorisierter Alternativen.

„Viele meiner Mitschülerinnen und Mitschüler sind auf Motorroller umgestiegen. Durch Fahranfängerinnen und Fahranfänger und das erhöhte Verkehrsaufkommen gibt es auch einfach mehr Unfälle“, erklärt Johanna Fuchs, Beisitzerin der GRÜNEN JUGEND Bayern und erläutert:
„Gerade solche Unfälle mit Rollern sind oft schrecklich. Daher möchte ich hiermit die Politik und das Staatsunternehmen Deutsche Bahn auffordern, über die Sommerferien nicht nur Wahlkampf zu machen, sondern nachzusitzen und zum neuen Schuljahr wieder die kostenlose Mitnahme von Fahrrädern zu gewährleisten! Einen Anfang hat die Bahn-Tochter Südostbayern-Bahn bereits gemacht. Sie unterstützt die neue Regelung nicht. Die Strecke zwischen Rosenheim und Passau ist daher für Fahrräder frei. So sollte es auch sein“