Nach der ersten Woche des Münchener Oktoberfestes ziehen die Frauenrechtsorganisationen AMYNA und IMMA erste Bilanz: Bisher wurde bei der Polizei eine Vergewaltigung gemeldet und im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Anrufe beim Fraunnotruf München um 40% gestiegen.

Sarah Wetzel, politische Geschäftsführerin der GRÜNEN JUGEND Bayern erklärt hierzu: „Das Ergebnis dieser Bilanz ist erschreckend. Frauenrechtsorganisationen und das Rote Kreuz vor Ort sind regelrecht überlastet. Die Organisierenden haben sich bei der Vorbereitung mit dem Thema sexualisierter Übergriffe offensichtlich kaum auseinander gesetzt. Es existieren zu wenige Schutzräume für Betroffene, und die Anzahl an Hilfspersonal ist viel zu gering. Von Seiten der Veranstaltenden muss mehr getan werden, als Örtlichkeiten für andere Organisationen zur Verfügung zu stellen. Es muss zur Organisation aller Volksfeste in Bayern gehören, dass immer genug Hilfspersonal für die Betreuung von Betroffenen bereit steht und diese Arbeit auch angemessen vergütet wird.“

Die Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ stellt für Oktoberfestbesucherinnen Infomationsmaterial zur Verfügung, und versucht damit Frauen zu sensibilisieren, und auf mögliche sexualisierte Übergriffsversuche vorzubereiten.

„Wir unterstützen das Engagement der Frauenrechtsorganisationen. Gleichzeitig fordern wir Präventivmaßnahmen.“, erklärt Korbinian Gall, Frauen- und Genderpolitischer Sprecher der GRÜNEN JUGEND Bayern “ Es sollte nicht nur darum gehen einseitig Frauen zu helfen, sondern auch Männern klar zu machen, dass sie es sind, die persönliche Grenzen zu wahren haben. Es ist gefährlich den Betroffenen in irgendeiner Art und Weise Mitverantwortung für den sexualisierten Übergriff zuzuschreiben.“