Zur Verfassungsklage einer abgelehnten Bewerberin auf den Lehrstuhl für praktische Philosophie erklärt der Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Bayern:

„Wir begrüßen die Verfassungsklage. Es gehört Klarheit darüber, ob die Religionszugehörigkeit zur Ablehnung geführt hat. Schon die bekannt gewordenen Nachfragen der Religionszugehörigkeit in dem Bewerbungsverfahren halten wir für unzulässig. Die GRÜNE JUGEND Bayern setzt sich für eine Trennung von Staat und Religion ein. Dazu gehört für uns auch, dass die Konkordatslehrstühle abgeschafft werden müssen. Diese Relikte aus der Weimarer Republik gehören der Vergangenheit an.

Die GRÜNEN JUGEND hat bereits 2010 auf ihrer Landesversammlung folgenden Beschluss gefasst: Konkordatslehrstühle abschaffen Die GRÜNE JUGEND Bayern spricht sich generell gegen die Einflussnahme von Glaubensgemeinschaften bei der Besetzung von Lehrstühlen an Hochschulen, die aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, aus.

Aus diesem Grund lehnt die GRÜNE JUGEND Bayern das Veto-Recht der katholischen Kirche bei den Konkordatslehrstühlen in Bayern ab und fordert die bayerische Regierung auf, der katholischen Kirche das bestehende Einspruchsrecht bezüglich Lehrstühlen an staatlichen Universitäten zu entziehen. Das Konkordat aus dem Jahre 1924 widerspricht dem Grundgedanken des Grundgesetzes (vgl. Art. 33, Absatz 3).

Art. 33 Absatz 3 „Der Genuss bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.“