In den Augen der großen Koalition in Berlin muss der energiepolitische Weg Schwedens wohl wie ein Abenteuer, ja wie eine Utopie vorkommen: Das EU Land hat die Entscheidung getroffen, wirtschaftlich und politisch den Weg zu ebnen, um bis zum Jahr 2020 den Erdölverbrauch auf Null zu reduzieren. Sollte dieses Vorhaben gelingen, würde das skandinavische Land als wohl erster Industriestaat die vollkommene Unabhängigkeit von dem äußerst kritischen Rohstoff Öl erreichen.

Allein in den letzten Jahren hat sich der Preis für Rohöl verdreifacht und damit weltweit soziale Krisen verursacht und in Deutschland das Wirtschaftswachstum empfindlich gestört. Allein in den letzten Jahren fachte die Gier nach Erdöl mehrere Kriege an und forderte dadurch eine horrende Zahl menschlicher, kultureller und struktureller Opfer. Allein in den letzten Jahren führte der erhebliche Anstieg an weltweitem Erdölkonsum zu einem Anheizen des weltweiten Treibhauseffektes und verschuldete jährlich Milliardenschäden und unzählige Tode. Wie all das aussehen wird, wenn der Verbrauch in den nächsten Jahren weiter steigt, das Angebot die Nachfrage aber immer schwerer decken kann, vermögen nur die kühnsten Albträume abzusehen.

Selbst wenn das Ziel der Schweden jetzt noch sehr mutig erscheinen mag. Zumindest hat das Land einen wichtigen und richtigen Weg beschritten, den die Bundesregierung in Deutschland gerade leider verlassen hat. Während in Schweden die Bauern und Waldbesitzer nun mit massiver Förderung für den Anbau von nachwachsenden Alternativen zu dem teuren und knappen Importöl aus dem nahen Osten rechnen können, hat die große Koalition gerade beschlossen den deutschen Bauern diese Förderung zu entziehen.

Unsere Bauern sollen nach dem Willen unseres bayerischen Landwirtschaftsministers wohl lieber wieder den Milch- und Käseberg der Europäischen Union vergrößern, als mitzuhelfen die dringend nötige Energiewende in Deutschland voran zu treiben.

Die Bundesregierung brüstet sich immer damit bei allen Sparanstrengungen den Ausbau der Infrastruktur unseres Landes nicht zu vernachlässigen. Die Förderung eines einheimischen und zukunftssicheren Rohstoffes zur Deckung unseres Energiebedarfes ist aber für den Erhalt unser Infrastruktur und unserer Wettbewerbsfähigkeit wichtiger als Einzelprojekte wie zusätzliche Autobahnenteilstücke, überzogenen Transrapidstrecken oder den zum Staatsakt erkorenen Umzug des Geheimdienstes nach Berlin.

Die GRÜNE JUGEND BAYERN fordert daher die Regierungsparteien auf unsere Zukunft nicht wegen kurzsichtiger Sparanstrengungen aufs Spiel zu setzten und wieder den bereits beschrittenen Weg „Weg vom Öl“ der alten Bundesregierung einzuschlagen, den neuerdings auch das Nachbarland Schweden bereiten.