Die GRÜNE JUGEND Bayern organisiert vom 28.6.-2.7. ein Shadowing-Programm. Dabei haben junge Menschen die Möglichkeit eine Woche lang Shadow (Schatten) eines Bundestagsabgeordneten in Berlin zu sein, nehmen an: AG-, AK- und Fraktionssitzungen teil, erleben den Büroalltag, gehen mit den MdBs zu Treffen mit VerbandsvertreterInnen, Sommerfesten …

Bericht von Stephan Clemens
Shadow von Dr. Anton „Toni“ Hofreiter

über den 1. Tag: 28.6.2010

Toni Hofreiter ist verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN Bundestagsfraktion und seit 2005 Mitglied im Deutschen Bundestag (MdB).

Nachdem ich gegen 9.00 Uhr an der Pforte reingelassen wurde und die Sicherheitssleuse passiert habe, werde ich von Linda (aktuell Praktikantin im Büro von Toni Hofreiter) zum Büro gebracht. Dort werde ich von Toni und den MitarbeiterInnen Rüdiger und Skadi begrüßt. Es herrscht schon reger Betrieb.

9.30 Uhr Bürobesprechung: Man diskutiert, was gerade in der Fraktion bzw. Ausschüssen ansteht. Zu welchen Themen man noch Anfragen stellen könnte. Man geht die Termine der Woche durch: Welche stehen an? Welche werden wahrgenommen? Man klärt ab welche MitarbeiterInnen zu welchen Terminen dabei sind und Vergangene Termine nachbesprochen.

Diese Woche ist durch die Bundesversammlung einiges durcheinander geworfen worden und einige Uhrzeiten stehen daher auch noch nicht ganz fest. Die Besprechung ist (zumindest diese Woche) in relativ lockerer Atmosphäre. Die BundespräsidentInnenwahl nimmt der Woche etwas den Stress, berichten die MitarbeiterInnen. Einige Abkürzungen sind mit noch nicht ganz vertraut und auch FraSi, AK-Sitzung, etc. sind im Parteialltag eher ungewohnt, aber ich kann mir zumindest denken, was dahinter steht.

Der Tagesablauf sieht für Toni folgendermaßen aus:
09.30-11.00 Uhr Bürobesprechung
12.30-13.30 Uhr Besprechung zum Thema Maut
13.30-15.00 Uhr AK2-Vorbesprechung
14.30-17.30 Uhr „Update Hofreiter“ (Besprechung mit allen MitarbeiterInnen – auch denen aus den Regionalbüros)
17.00-19.00 Uhr PG Energie und Klima
19.30-22.00 Uhr Parlamentarische Linke

Nach der Bürobesprechung muss ich mir meinen Hausausweis abholen. An der Ausweisstelle warten einige andere PraktikantInnen, MitarbeiterInnen und sonstige Personen, die in Fraktion oder Bundestag beschäftigt sind. Denn ohne Hausausweis kommt man nirgendwo rein. Zufällig treffe ich einige andere vom Shadowing-Programm, die ihre Ausweise bereits bekommen hatten.

Kurz vor 14.00 Uhr gehen wir in eine der vielen Kantinen essen. Preis-Leistungsverhältnis echt super. Um 14.30 Uhr gehen wir dann in die Parlamentarische Gesellschaft, wo das Gespräch mit zwei Verbandsvertretern und den MitarbeiterInnen auch in den Wahlkreisen ist. Übergeordnete Themenkomplex ist die „Irrationalität in der Verkehrspolitik“. Viele unterschiedliche Teilbereiche werden diskutiert: Klimaziele der Verkehrspolitik bis 2050 – Muss man nicht dann eigentlich das Schienennetz jetzt massiv ausbauen?, Deutschland-Takt, welche Mittel stehen dem Investionshaushalt für Straße und Schiene zur Verfügung und welche Projekte können in den nächsten Jahren überhaupt realisiert werden? Auch hier zeigte sich sehr deutlich die Dramatik der Haushaltssituation. Insgesamt war es eine spannende Debatte, auch über politische Strategie, BündnispartnerInnen. Es wurde ein erschreckendes Bild von den VerbandsvertreterInnen skizziert, wenn man mal einen rationalen Blick auf die Verkehrspolitik wirft.

Um 18 Uhr gings dann mit Ekin Deligöz und Mitarbeiter Jonas Fegert, der das Shadowing organisiert hat, zum Abendessen in Bezirk Prenzlauer Berg. Wo alle TeilnehmerInnen vom Shadowing-Programm sich kennenlernen und austauschen konnten. Ekin musste dann später noch zu ihrer Reisegruppe, wir blieben noch etwas im Biergarten und verteilten uns anschließend auf unsere Schlafquartiere.

von Stephan Clemens

(Fotos folgen ggf. noch)