Passend zum Weltfrauentag, der am 8. März stattfindet, äußerte sich Bundespräsident Gauck vergangenen Sonntag in einem Interview dahingehend, dass die Sexismusdebatte der letzten Wochen lediglich „Tugendfuror“ sei und er eine flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen nicht erkennen könne.

Der Landesvorstand der Grünen Jugend Bayern kritisiert diese Aussagen aufs schärfste:

„Diese Debatte ist wichtig und darf nicht durch solche Aussagen als überflüssig abgetan werden.“, erklärt Anna Schmidhuber, Sprecherin der Grünen Jugend Bayern: „Es ist absolut inakzeptabel, dass eine so große Zahl von Frauen und Mädchen heute noch alltäglich Unrecht und Gewalt erfahren muss. Wir müssen es schaffen, die Gesellschaft dahingehend zu verändern, dass es selbstverständlich ist, ein Verhalten wie beispielsweise das von Rainer Brüderle nicht hingenommen wird, sondern sich Jede und Jeder für die Betroffenen einsetzt, wenn so etwas passiert.“

Korbinian Gall, Frauen- und Genderpolitischer Sprecher der Grünen Jugend Bayern, ergänzt: „Das erwähnte Verhalten ist kein Einzelphänomen, sondern Teil einer strukturellen Benachteiligung von Frauen. Dies bezieht sich nicht nur auf das Berufsleben, sondernauch auf den direkten Umgang im Alltag, bei dem, wie viel Frauen zugetraut wird, bei dem wie Frauen angesprochen werden und vor allem bei sexualisierten Übergriffen.
Gerade deswegen zeigt Gauck mit seiner Aussage seine Inkompetenz bei der Erfassung von gesellschaftlich relevanten Problemen. Wer Kritik an einer patriarchischen Gesellschaftsstruktur als Tugendfuror abtut ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.“

Anlässlich des Weltfrauentags ruft die Grüne Jugend Bayern deswegen dazu auf, Frauenförderung auszubauen anstatt offensichtliche Probleme weiterhin klein zu reden. Florian Wilsch, Sprecher der Grünen Jugend Bayern, führt abschließend aus: „Solange Frauen solche Belästigungen weiterhin hinnehmen müssen, solange Frauen für gleiche Arbeit weiterhin schlechter bezahlt werden als Männer, solange Frauen weiterhin im Laufe ihres Berufslebens an eine „gläserne Decke“ stoßen, über die sie nicht hinauskommen, solange sind wir noch nicht am Ziel echter Gleichberechtigung angekommen.“

Die Grüne Jugend Bayern wird sich weiterhin am „Tugendfuror“ beteiligen und für eine echte Gleichberechtigung aller Menschen einsetzen, bis dieses Ziel erreicht ist.