Die Vatikan-Erklärung zu gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften und die Haltung der Unionsparteien dazu kritisieren die Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend Bayern, Julia Baßler und Christoph Wiedemann:

„Die katholische Kirche tut sich keinen Gefallen, wenn sie in kulturkämpferischer Manier gegen liberalen Neuerungen zu Felde zieht. Es ist nicht nur zutiefst unmoralisch, gesellschaftliche Minderheiten zu verteufeln, sondern es ist auch zutiefst undemokratisch, in solcher Weise Druck auf gewählte VolksvertreterInnen auszuüben.

Die Union scheint damit allerdings kein Problem zu haben, ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Wolfgang Bosbach, empfiehlt katholischen Politikern, „die Worte des Heiligen Vaters ernst zu nehmen“. Kein Wunder, sind die Ausfälligkeiten des Vatikans doch eine wunderbare Legitimation für das stockkonservative und überholte Weltbild von CDU und CSU.

Es stellt sich die Frage, weshalb die Unionsparteien die Haltung der katholischen Kirche ignorieren, wenn diese eine geregelte Zuwanderung unterstützt, jedoch Gehorsamsschwüre ablegen, wenn diese auf Minderheiten eindrischt. Agieren CDU und CSU in der Frage der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften als fünfte Kolonne eines Vatikans, der die Selbstbeherrschung verloren hat?

Wenn Angela Merkel und Edmund Stoiber sich nicht klar von dem hochproblematischen Verdikt und den politischen Nötigungsversuchen aus Rom distanzieren, müssen sie sich diese Frage gefallen lassen.“