Zum heutigen Regierungserklärung von Kultusministerin Hohlmeier erklären die Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend Bayern, Julia Baßler und Christoph Wiedemann:

„Die bayerische Kultusministerin hat erkannt, dass die derzeitigen Zeugnisnoten wenig aussagekräftig sind und ein differenzierteres Bewertungssystem notwendig ist. Das ist ein großer Fortschritt, der zeigt, dass auch die CSU noch dazulernen kann, und den wir deshalb ausdrücklich begrüßen. Dass zugleich aber schon in der zweiten Klasse wieder Ziffernnoten vergeben werden sollen, konterkariert die innovative Neuerung. Denn diese wirken oft eher frustrierend als motivierend.

Neben einigen guten Ansätzen im Kleinen aber hat Frau Hohlmeier allerdings nur Eigenlob zu bieten, das gerade im Hinblick auf die reale Situation der Ganztagsschulen wenig überzeugend erscheint. Dabei wäre ein wenig Selbstkritik durchaus angebracht: Nach wie vor sind in keinem Bundesland die Bildungschancen so sehr von der sozialen Herkunft abhängig wie in Bayern. Das liegt daran, dass die bayerischen Schülerinnen und Schüler viel zu früh selektiert werden und das Schulsystem zu wenig durchlässig ist.

Doch eine gemeinsame sechsjährige Grundschulzeit, die zumindest ein erster Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit wäre, wird von Frau Hohlmeier als „goldenes Kalb“ verdammt. Wenn aber in der bayerischen Bildungspolitik jemand ums goldene Kalb tanzt, so ist das die CSU, die krampfhaft versucht, einer Diskussion über das überkommene dreigliedrige Schulsystem im Keim zu ersticken.“