Der Landesarbeitskreis Ökologie der GRÜNEN JUGEND Bayern hat sich im letzten Jahr intensiver mit dem Thema Biodiversität beschäftigt und dabei spielte natürlich auch der Wald eine Rolle. Im Wildnis-Camp im Bayrischen Wald wurde ein Seminar organisiert: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/medien/presseberichte/2010/0131_bb_gruene_jugend.htm und inhaltlich gearbeitet. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein Seminar dort geben. Vom 20.-22.5. wird wieder ein Seminar im Wildnis-Camp im Bayrischen Wald stattfinden. Meldet euch einfach beim LAK Ökologie: kv-oeko@lists.gj-bayern.de

Auszug aus dem Beschluss „Biodiversität in Bayern erhalten“:

Schutzgebiete

Mit dem Nationalpark Bayerischer Wald, der dieses Jahr sein vierzigjähriges Bestehen feiern durfte, beherbergt Bayern den ältesten deutschen Nationalpark. Doch nur auf wenigen Flächen darf Natur in Bayern wirklich Natur sein, nicht einmal in den Nationalparks, die es sich so auf die Fahnen schreiben. Der Großteil der Flächen ist im Bayerischen Wald noch nicht vollständig aus der Nutzung genommen. Mit der Borkenkäferbekämpfung wird im neuen Teil des Nationalparks sogar massiver ökologischer Schaden angerichtet. Wir fordern einen sofortigen Stopp dieser Bekämpfungsmaßnahmen. Der Fichtenborkenkäfer ist ein nützlicher Helfer beim Waldumbau, der zur forstlichen Biodiversität beiträgt. Wo durch ihn Fichten abgestorben sind und das Totholz im Wald liegen bleiben darf, sprießen eine Vielzahl verschiedener Laub- und Nadelbäume nach.

Zum Schutz der mitteleuropäischen Buchenwälder ist die Ausweisung eines dritten Nationalparks in Bayern überfällig. Diese natürliche Vegetationsform ist aus forstwirtschaftlichen Erwägungen auf einen kleinen Teil der deutschen Waldfläche zurückgedrängt worden. Ein ökologisch besonders wertvoller alter Buchenbestand findet sich im nördlichen Steigerwald zwischen Bamberg und Würzburg. Dieser beherbergt selten Tierund Pflanzenarten wie zum Beispiel die Wildkatze, die akut vom Aussterben bedroht ist. Der Schutz dieses ökologischen Schatzes kann nur durch einen Nationalpark dauerhaft gewährleistet werden. Leider haben Jäger- und Waldbesitzervereinigungen es bisher mit einer Gegenkampagne geschafft weitere Schritte zur Ausweisung des Nationalparks zu verhindert. Sie bauen dabei auf Unwahrheiten wie etwa die Behauptung für den Nationalpark würden Enteignungen stattfinden, der Borkenkäfer würde in diesem wüten oder gar dass das betreten des Waldes verboten werden würde. Alle Einwende sind unzutreffend und können widerlegt werden: Der Nationalpark soll nur auf Staatswald entstehen, Privatwald bleibt unangetastet, der Borkenkäfer breitet sich nur in Fichtenmonokulturen aus, während im Steigerwald die Buche dominiert und das Betreten eines Nationalparks ist selbstverständlich erlaubt. Die Effekt eines Nationalparks wären auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region hingegen positiv: Er schafft Arbeitsplätze, in dem er wesentlich mehr Leute beschäftigen kann als ein Forstbetrieb und lockt Touristinnen und Touristen an, wie im Bayerischen Wald dessen Fremdenverkehr durch den Nationalpark großen Aufschwung erfuhr.

Lebensraum Wald

Ein Drittel Bayerns ist mit Wald bedeckt. Davon ist wiederum ein Drittel im Besitz des Freistaates. Die Voraussetzung für eine nachhaltigen Bewirtschaftung dieses Ökosystems sind somit gegeben. Doch wurden in der Vergangenheit der bayerischen Forstpolitik viele Fehlentscheidungen getroffen, die es zu korrigieren gilt. Der Wald darf nicht als reine Holzplantage betrachtet werden. Eine Waldbewirtschaftung, die sich nur nach ökonomischen Kriterien richtet wird der Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt nicht gerecht. So wurde in Bayern überwiegend Fichte gepflanzt, weil diese zügig und gerade in die Höhe wächst und ihr Holz gut zu verkaufen ist. Die Fichtenmonokulturen haben Laubwaldbestände dafür zurückgedrängt und sind vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht nachhaltig, da die Fichte das erste Opfer der Erderwärmung sein wird.

Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert darum den Umbau des Fichten- in einen Mischwald voranzutreiben.Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde durch den Forst in den deutschen Sprachgebrauch eingeführt und doch hat sich nachhaltige Waldbewirtschaftung noch nicht durchgesetzt. Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald ist Hort der Artenvielfalt. In ihm werden wirtschaftliche Ziele und Ziele des Naturschutzes gleichsam verfolgt in dem Wald nur in der Masse Holz entnommen wird, wie an Bäumen nachwächst und auch Totholz in beträchtlichem Umfang auch im Wald zur Kohlenstoffdioxid-Bindung und als Lebensraum für Pilze und Insekten zurückgelassen wird.

Die bayerische Forstreform mit der die Staatsregierung die Ökonomisierung der Staatswälder vorangetrieben hat muss zurückgenommen werden. Die Bayerischen Staatsforsten als Anstalt des öffentlichen Rechts sind aufzulösen und ihre Aufgaben wieder von der Forstverwaltung zu erfüllen. Ein Ineinandergreifen von Verwaltung und Bewirtschaftung ist Voraussetzung für eine nachhaltige Forstpolitik.

Den ganzen Beschluss gibt es hier: „Biodiversität in Bayern erhalten“

Weiterführende Links:
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/
http://www.wildniscamp.de/
http://www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de/
http://www.pro-nationalpark-steigerwald.de