Die Sprecher der Grünen Jugend Bayern, Ludwig Hartmann und Katrin Schmidberger erklären zum Entwurf des neuen Grundsatzprogramms von Bündnis 90/Die Grünen:

„Der Entwurf des neuen Grundsatzprogramms ist sehr zu begrüßen. Wir freuen uns, dass im neuen Grundsatzprogramm das in den Vordergrund gestellt wird was wir wollen und nicht mehr nur das was wir abschaffen und verbieten möchten. Dass dem Thema Ökologie ein sehr hervorgehobener Stellenwert eingeräumt wird, ist eine begrüßenswerte Entscheidung. Diese Wahl zeigt, dass die Grünen immer noch die einzige politische Kraft in Deutschland sind, die beispielsweise die Gefahren der globalen Klimaveränderungen und die damit verbundenen Gefahren für das Überleben der Menschen wirklich ernst nehmen. Es zeigt, dass die Grünen ernsthaft daran interessiert sind die Klimakatastrophe, die bereits im Gange ist, zu stoppen. Wir freuen uns, dass hier die Begriffe Ökologie und Ökonomie nicht in Widerspruch zueinander gestellt werden – sondern eine gleichberechtigte Verknüpfung davon als Chance verstanden wird.

Zu bedauern ist, dass die wichtigen Fragen der Kinder- und Familienpolitik keinen größeren Stellenwert im Programm gefunden haben. Auch die noch offenen Formulierungen bezüglich der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Frage der Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherungen sollten bald geklärt werden.

Nach unserer Meinung ist es selbstverständlich, dass falls es zu Kampfeinsätzen der Bundeswehr kommen sollte, diese von einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit im Lande getragen werden. Eine einfache Mehrheit im Bundestag reicht hierfür nicht aus – hierfür muss eine Zweidrittelmehrheit erforderlich sein.
Wir als Jugendverband der Grünen haben kein Verständnis dafür, dass Teile der Grundsatzkommission das bewährte System der Lohn- und Beitragsbezogenheit der gesetzlichen Sozialversicherungen vollkommen zugunsten einer Steuerfinanzierung aufgeben wollen. Dies würde die Entstehung einer Versorgungsmentalität fördern und das Rentenbudget der Willkür der Politiker aussetzen.“